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25. 05. 2012
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Auf den Spuren des modernen Tanzes


24.10.2011 09:16 von:

Schlagwörter: Köln,Tanzarchiv,Wigman,Ausdruckstanz,Tutu,Spitzenschuh,Duncan,Kreuzberg,Jooss,20

(ehu) Weg mit Spitzenschuh und Tutu: Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts sagte eine Gruppe junger Tänzerinnen und Tänzer dem klassischen Ballett den Kampf an. In Deutschland war es die US-Amerikanerin Isadora Duncan. Mit ihrem Bändchen „Der Tanz der Zukunft“ legte sie den Grundstein und machte Deutschland zu einem Zentrum des modernen Tanzes. An diese Anfänge und die folgenden drei Jahrzehnte erinnert die Ausstellung „Im Angesicht der Moderne – Die Magie des Tanzes 1900 -1932“ im Deutschen Tanzarchiv Köln.

Die Ausstellung schöpft aus dem reichhaltigen Bestand des Tanzarchivs. Besonders stolz ist man, die Maske zu zeigen, mit der Mary Wigman 1926 ihren berühmten „Hexentanz“ tanzte. Nach langer restaurierung ist sie erstmals zu sehen. Vor allem dokumentieren historische Fotos, aber auch mit Kostümen, Porträtbüsten, Briefen, Büchern und Filmausschnitten diese Geschichte, die den Tanz buchstäblich aus seinen Zwängen befreite – und ihn auch in die Natur entließ. Eine Geschichte, die den Tanz zu einer breiten Bewegung machte. Kongresse und Festivals machten sich Konkurrenz. Der deutsche Chorsänger und Tänzerbund warnte 1929 davor, den „Auch-Beruf“ des Tänzers zu ergreifen.

Nach 1945 wollte man nichts mehr vom "freien" Tanz wissen, seine Vertreter wurden zu Lehrern

Schriftsteller, Maler und Bildhauer waren vom „freien Tanz“ ebenso fasziniert wie vom „Ausdruckstanz“, unterstützten und propagierten ihn. Neben Isadora Duncan – sie starb 1927 in Nizza, als sich ihr langer Schal in den Speichen ihres Sportwagens verfing – sind es Namen wie Harald Kreuzberg, Mary Wigman, Valeska Gert oder Dore Hoyer. Kurt Jooss war einer der wenigen, die in seinen Choreografien auf das politische Umfeld einging. Mit seinem Ensemble tanzte er unter anderem die Ursachen und Auswirkungen des Krieges.

Auch wenn sie nicht ganz in der Versenkung verschwanden, konnten die Tänzerinnen und Tänzer nach 1945 nicht mehr an die Popularität der Vorkriegszeit anknüpfen. Viele waren aber noch lange in der Ausbildung tätig. Erst seit gut zwei Jahrzehnten erleben die damaligen Ideen von Individualität und freiem Körperausdruck wieder eine Renaissance.

Zum Schluss präsentiert die chronologisch aufgebaute Ausstellung noch eine kleine Anekdote aus Köln: Auszüge aus einem internen Briefwechsel zwischen dem damaligen Kulturdezernenten Kurt Hackenberg und Opernintendant Herbert Maisch. Hackenberg empfiehlt, Kreuzberg nicht zum Tanzfestival 1957 einzuladen, er passe nicht mehr in diese Zeit. Doch für Maisch war es eine „Ehrenpflicht, den Altmeister deutscher Tanzkunst“ einzuladen.

„Im Angesicht der Moderne – Die Magie des Tanzes 1900 -1932“ – bis 12.8.2012, Deutsches Tanzarchiv Köln/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln, täglich außer Mittwoch 14-19 Uhr, Eintritt: 4,50/2 Euro, montags freier Eintritt. Ein umfangreiches Begleitprogramm finden sie im Internet unter: www.sk-kultur.de.







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