25. 05. 2012
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Ausstellungen 2012: Highlights auch aus den eigenen Beständen
(ehu) 840.000 Besucher zählten die neun städtischen Museen in diesem Jahr bislang. Im nächsten Jahr sollen es eine Million werden, hofft Kölns Kulturdezernent Quander. Wie das gehen soll, verrieten jetzt die Museumsdirektoren und stellten ihre „Highlights“ für das nächste Jahr vor.
Für Kasper König ist 2012 sein letztes Jahr als Direktor des Museums Ludwig. Mit 180.000 Besuchern steht es in der Rangliste ganz oben. König will sich mit Wanderausstellungen zu David Hockney und Claes Oldenburg verabschieden. Vor allem letztere, so ist er überzeugt, wird ein „Blockbuster“. Von dem Dänen ist seit 10 Jahren das überdimensionierte Eistütchen am Neumarkt zu sehen. Außerdem wird er eine ganz persönliche Bilanz seiner zwei Amtsperioden ziehen: „Ein Wunsch bleibt immer übrig“ wird zeigen, welche Werke er und seine Kuratoren für das Museum erwerben konnten.
Erinnerung an die Zeit, als Picasso & Co. noch ein rotes Tuch für den herrschenden Geschmack waren
Im Wallraf-Richartz-Museum wagt man sich an die Rekonstruktion der legendären Kölner „Sonderbund“-Ausstellung im Jahr 1912. Damals wurden über 600 Werke von 173 Künstlern gezeigt, die damals zum Teil noch sehr umstritten waren – wie Picasso, Gauguin, van Gogh, Matisse, Kandinsky, Macke oder Munch. Über 100 der seinerzeit ausgestellten Arbeiten sollen einen Hauch von der „Mission Moderne“ vermitteln.
Gleich zwei Comic-Ausstellungen werden die Bedeutung dieser Kunstgattung untersuchen. Im Museum Ludwig ist es Art Spiegelman, der das Leben seiner Eltern, die Auschwitz überlebten, als die Geschichte einer Maus erzählt. Im Kölnischen Stadtmuseum ist es Ralf König, die Ikone des schwulen Comics, der einen recht ungewohnten Blick auf die legende der Heiligen Ursula und ihrer 11.000 Jungfrauen werfen wird.
Der Schwerpunkt im Museum für Angewandte Kunst wird die Architektur sein – in der Fotografie und im Möbeldesign. Im Römisch-Germanische Museum freut man sich auf die Ausstellung „Die Rückkehr der Götter – Berlins Antiken zu Gast in Köln“. Die Staatlichen Museen zu Berlin lassen dafür 60 Kostbarkeiten aus ihrer Sammlung an den Rhein reisen, darunter auch eine selten gezeigte griechische Artemis-Statue.
300 historische Beispiele aus der Zeit, als die touristische Fototgrafie erwachsen wurde
Das Ausstellungsprogramm des nächsten Jahres wird sich aber vor allem auf die eigenen Stärken besinnen. Sprich: einen Blick in die Depots werfen, was angesichts angespannter Etats nahe liegt. Doch muss das kein Nachteil sein. Das Museum für Ostasiatische Kunst etwa hat seine Sammlung von 12.000 Fotos aus der Zeit zwischen 1860 und 1900 erforscht und stellt sie als Beispiele aus den Anfängen der touristischen Fotografie unter dem Titel „Von Yokohama nach Istanbul“ vor.
Rund 2.500.000 Fundstücke förderten die U-Bahn-Bauarbeiten in den letzten sieben Jahren ans Tageslicht. Ein Fall für das Römisch-Germanische Museum, zuständig auch für die Kölner Bodendenkmalpflege. Natürlich kann nicht alles gezeigt werden, aber die wichtigsten Stücke lassen 2000 Jahre Stadtgeschichte passieren.
Das Rautenstrauch-Joest-Museum holt eine schon lange geplante Ausstellung nach
Das Rautenstrauch-Joest-Museum besitzt schon seit vielen Jahren eine umfangreiche Sammlung präkolumbianischer Kunst aus Amerika, ein Geschenk des Sammler-Ehepaares Irene und Peter Ludwig. Mit ihrer Präsentation sollte eigentlich das neue Haus am Neumarkt eröffnet werden. Nach der Verzögerten fertigstellung kommt es endlich im nächsten Jahr dazu.
Für das Museum Schnütgen stehen noch keine Ausstellungen fest. Dort will man dem neuen Direktor nicht vorgreifen, der am 1. Januar sein Amt antritt. Außerdem hat die aktuelle Ausstellung „Glanz und Größe des Mittelalters – Kölner Meisterwerke aus den großen Sammlungen der Welt“ einen Großteil des Ausstellungsetats gebunden. Gerüchte wollen zudem wissen, dass die Besuchernachfrage nicht den Erwartungen entspricht, was angesichts der Qualität unverständlich ist.
Das NS-Dokumentationszentrum macht sieben Monate Pause und baut in dieser zeit gründlich um und aus
Offizielle „Sendepause“ ist auch im NS-Dokumentationszentrum. Dort läuft noch bis Anfang März 2012 „Kölle Alaaf unterm Hakenkreuz“. Danach wird endlich umgebaut: Das Museum kann seine Ausstellungsfläche um 1.000 Quadratmeter vergrößern, das entspricht einem Drittel der bisherigen Fläche. Dann soll auch der Innenhof, die Hinrichtungsstätte der ehemaligen Gestapo-Zentrale zu einer Erinnerungsstätte umgestaltet werden. Im Oktober soll dann die Wiedereröffnung mit der Ausstellung „Gold und Asche“ die Geschichte des EL-DE-Hauses erinnert: Gold steht für den Goldwarenhändler und Namensgeber Leopold Dahmen, Asche für die Akten-Verbrennungsaktion der Gestapo, die damit am Kriegsende alle Spuren ihrer verbrecherischen Tätigkeit beseitigen wollten.

























