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25. 05. 2012
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Beseelt vom Geist der alten Meister


11.11.2011 15:35 von:

Schlagwörter: Köln,68elf,Wallraf-Richartz-Museum,Lieblingsbild,Vorbild,adidas,van Gogh,Leibl,L

(ehu) Noch bis zum 27. November können die Besucher der Ausstellung „Panoptikum“ im Wallraf-Richartz-Museum ihr Lieblingsbild wählen. Viele Künstler haben das schon getan – und sich von ihrem Favoriten für ihre eigene Arbeit inspirieren lassen. Entstanden ist daraus die bunte, spannende, witzige, tiefsinnige und voll Überraschungen steckende Ausstellung „Mein Lieblingsbild“ in der Galerie 68elf. Gemälde, Zeichnungen, Collagen, Fotos, Laubsägearbeiten, Installationen und Objekte – durchweg von hohem Anspruch und Qualität – von 35 Künstler und Künstlerinnen hat eine Jury dafür ausgesucht.

 

Vielfältig sind die Inspirationen der Vorbilder, kleine Abbilder von ihnen lassen nachfühlen, was die Nachfahren wohl gereizt haben mag. Da ist zum einen die „kunsttheoretische“ Auseinandersetzung: Die Kompositionen der Altmeister werden hinterfragt und in schwarze Flächen aufgelöst (Monika Gauer), Farbflächen zerlegt und in Holzformen wieder zusammen gesetzt (Wolfgang Bous.

Früher zog man sich an, heute aus, wenn man porträtiert werden will

Andere versetzen die alten Motive in die Gegenwart: Statt Goyas Schreckensbildern sind aktuelle Fotos von Gewalt zu sehen (Thorsten Dittrich), aus Fischerbooten im Mondschein wird bei Andreas Bausch das lichtüberflutete Nachtpanorama einer Stadt und wenn sich Renoirs „Ehepaar Sisley“ sittsam hochverhüllt präsentiert, zieht es das Paar von heute vor, sich Agii Gosse nur in knappen Slips zu zeigen. Und heute würde van Gogh sicher auch wie Helmut Kunkel Sportschuhe von Adidas malen statt ausgetretener Arbeitsschuhe.

 

Humor zeigt Angela Rohde und erhebt die Perle aus einem Bild Leibls zu einer wertvollen Reliquie. Und hätte die heilige Ursula das mit Nägeln bewehrte Schutzleibchen von Ulrike Oeter getragen, wäre sie wohl nicht erschlagen worden. Dann allerdings auch keine Heilige Märtyrerin geworden. Und wie das Jüngste Gericht dereinst in Köln aussehen wird, zeigt Monika Odenthal: Da darf der Köbes für die Zuschauer nicht fehlen.

Ein Glück, dass die Wäsche früher zum Trocknen nicht im Trockner landete

Lochner und alte Muttergottes-Bilder haben zu ernsthaften Auseinandersetzungen mit Religion damals und heute eingeladen. Auch das Motiv Wäsche scheint besonders zu inspirieren – ob auf der Bleiche wie auf dem Bild von Max Liebermann oder an der Leine wie Caillebotte. Unter anderem Andrea Buhmann „rekonstruiert“ sie mit Keramikobjekten.

 

Leider hat die Galerie 68elf nur begrenzte Öffnungszeiten.

„Mein Lieblingsbild“ – bis 18.12., Galerie 68elf, Mediapark 8A (8. Etage), 50670 Köln, Fr-So 15-19 Uhr, Tel. 0179 / 915 82 71, im Internet unter: www.68elf.wordpress.com.







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