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25. 05. 2012
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Blick in eine unbeachtete Kultur


24.03.2011 06:35 von:

Schlagwörter: Köln,Korea,Buddhismus,Seladon,Literatenbilder,Bernstein,Porzellan,2011,Eröffnung

(ehu) Korea – das ist Fortsetzung des Kalten Krieges. Das sind Diktatoren, Atomexperimente und Hungersnöte im Norden. Das sind Demokratie, Wirtschaftswunder und billige Autos und Fernsehapparate im Süden. Das ist aber auch eine gemeinsame Geschichte mit einer reichen Kultur. Dieses eher unbekannte Kapitel öffnet die Ausstellung "Entdeckung Korea!" ab Samstag im Museum für Ostasiatische Kunst. Zehn deutsche Museen haben dafür ihre schönsten Stücke zur Verfügung gestellt.

Eröffnet wird die Ausstellung von zwei hölzernen Dorfwächtern, sie sollten die Gemeinde vor Krankheit schützen und eine gute Ernte sichern. Es beginnt mit frühen Hängerollbildern, die Schutzgeister und Schamanen zeigen, Rituale dieser Volksreligion haben sich bis heute erhalten. Allerdings haben inzwischen christliche Kirchen den ehemals vorherrschenden Buddhismus verdrängt. Es folgen religiöse buddhistische und konfuzianische Bilder. Letztere zeigen das aus China übernommene Idealbild des Literaturen, der seinen Ideen treu ist und sich in die Einsamkeit zurückgezogen hat. Bunte, kräftige Farben sind für die letzten hundert Jahre typisch. Mit ihrer modernen Klarheit überraschen zwei Schriftbilder eins unbekannten Künstlers aus dem 19. Jahrhundert.

Die Geschichte der Alltagskultur am Beispiel von kostbarem Keramik-Geschirr

Eine andere Abteilung zeigt Alltagsgegenstände aus Keramik und Steinzeug. Das früheste eine bauchige Flaschenvase aus dem 8. Jahrhundert. Oder kostbares, über 600 Jahre altes Seladon-Geschirr in der typisch zart-graugrünen Farbe und mit kunstvollen Verzierungen, die der Natur entnommen sind. Dann Teeschalen und Weinkannen, bronzene Flaschen, große weiße Töpfe, mit blauen Drachen bemalt, für königliche Ahnenzeremonien, elegantes weißes Porzellan aus dem 18. Jahrhundert. Schließlich prachtvolle lackierte Holzkästchen mit Perlmutt-Einlegearbeiten und Bronzespiegel, auf der Rückseite mit Relieffiguren oder eingeritzten religiösen Relief-Motiven verziert.

Vorhängeschlösser, üppiger Bernsteinschmuck mit Rosshaar gekrönte Kriegerhelme, Tabakdosen aus Eisenblech und der Seidenmantel, den der deutsche Sprachwissenschaftler Paul Georg von Möllendorff trug, als er zwischen 1882 und 1885 außenpolitischer berater des koreanischen Königshauses war. Schlusspunkt des Parcours durch dreizehn Jahrhunderte bis heute ist das Video "Global Groove" (1973) von Nam June Paik, der 2006 starb. Der Fluxusstar ist der bekannteste zeitgenössische Künstler aus Korea.

Immer wieder wurde Korea zum Opfer machthungriger Nachbarstaaten

Über 100 Objekte sind es, die einen breiten Überblick über Kunst und Alltagskultur geben. Viele dieser Stücke wurden um 1900 von deutschen Sammlern und Kaufleuten erworben. Oft von japanischen Händlern – seit 1905 war Korea ein japanisches Protektorat. Auch davor geriet Korea immer wieder unter Fremdherrschaft, sei es die der Mongolen oder die der Chinesen. Dies hatte jeweils den Verlust vieler Kulturgüter zur Folge, weshalb "alte" Stücke selten sind.

Aus dem Gesamtbestand von über 6.000 Objekten die 100 schönsten ausgesucht

Die Ausstellung ist eine kleine Sensation. Nur fünfmal widmeten sich deutsche Museen in den letzten 30 Jahren speziell koreanischer Kunst. Zum erstenmal arbeiteten hier die zehn Museen zusammen, die hierzu über große Bestände verfügen – insgesamt rund 6.000 Objekte. Das die einen wie das Kölner unter dem Aspekt der Kunst, andere wie in Berlin oder Leipzig unter ethnologischen oder handwerklichen Gesichtspunkten sammeln, erschwerte die Kooperation sicher an manchen Stellen.

Dies wird leider auch in der Ausstellung deutlich, nicht immer versteht der Besucher, was das Besondere eines Objekts ist. Da hilft nur der Blick in den dicken Katalog. Köln ist die erste Station dieser Ausstellung, die anschließend noch in Stuttgart, Leipzig und Frankfurt zu sehen.

"Entdeckung Korea!" – bis 17.7., Museum für Ostasiatische Kunst, Universitätsstr. 100, 50674 Köln, Tel. 0221 / 221-286 08, Di-So 11-17 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat 11 - 22 Uhr (KölnTag), Eintritt: 7,80/4 Euro, Katalog 25 Euro







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