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25. 05. 2012
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Che Guevara in Christus-Pose


06.05.2011 08:18 von:

Schlagwörter: Köln,artclub,Heisch,Maser,Parzival,Christus,Guevara,Vietnam,Mutterglück,2011

(ehu) Ohne ihn wäre der "artclub" nicht denkbar. Er hat ihn aus der Taufe gehoben und organisiert seitdem die regelmäßigen kleinen Ausstellungen für die rund 100 Mitglieder. Parzival ist aber auch selber Künstler. Jetzt nutzt er die Gelegenheit und zeigt seine eigenen "Höllenbilder". Es sind – ästhetisch verpackt – Kommentare zum Zeitgeschehen und dessen medialer Vermarktung.

Grundlage seiner Arbeit sind Zeitungsfotos zu den Katastrophen und Kriegen dieser Zeit. Flüchtlingstrecks aus dem zerbrechenden Jugoslawien, Leichenberge aus Kambodscha, die berühmte Ikone des nackten Mädchens aus My Lai, deutsche Kampfjets. Parzival zerschneidet sie, vervielfältigt sie und kombiniert sie miteinander. Das Ergebnis sind mandala-ähnliche Bilder, Bilder also, deren Betrachtung die geistige Konzentrationsfähigkeit fördern und die Vergänglichkeit des Lebens symbolisieren sollen.

Hinter einem Zyniker verbirgt sich ein enttäuschter Idealist

Dabei kann Che Guevara die Pose des gekreuzigten Christus einnehmen und sich das flüchtende vietnamesische Mädchen in die sechsarmige Kali, die Hindu-Göttin für Zerstörung und Erneuerung, verwandeln. Das lässt sich lesen als zynischer Kommentar zum vergeblichen Streben des Menschen nach Frieden und Glück. Denn weder hat guevara das Paradies auf Erden geschaffen noch gehören nach Vietnam Kriege der Vergangenheit an. Zynische Kommentare? Zyniker sollen bekanntlich enttäuschte Idealisten sein.

Wie immer, gibt es im artclub drei kleine parallele Einzelausstellungen. Parzival wird "umrahmt" von Oliver Heisch und Olga Maser. Heisch zeigt Porträts von Prominenten, von Künstlern, Fotografen, Kabarettisten, Sängern, Kulturorganisatoren. Das reicht von Fritz Pleitgen und Alexandra Kassen über Hanns Dieter Hüsch und Jürgen Klauke bis zu Robert Kreis und Klaus von Wrochem. Die kleinformatigen Schwarzweiß-Aufnahmen konzentrieren sich ganz auf das Gesicht, Hintergrund oder Umgebung sind eher die Ausnahme. Heisch nähert sich der Persönlichkeit der Porträtierten aufs Größtmögliche, ohne dabei ihre Intimität zu verletzen.

Jetzt gibt's auch "art to go" – Schnäppchen für ganze 25 Euro

Ganz im Gegensatz zu den eher "ernsten" Arbeiten von Parzival und Heisch stehen die Werke von Olga Maser: Bunt, naiv, spontan und fröhlich sind ihre "Magic Moments". Mit einfachen Strichen, die an Comics – manchmal sogar an Picasso – erinnern, hält sie Momente des Alltags fest: Mutterglück, Träume, Verzauberungen. Witz ist auch dabei, wenn etwa eine Friedenstaube aus dem internationalen Symbol der Anti-Atomkriegsbewegung einen Wurm zieht. Und, ganz im Trend der Zeit, bietet Maser auch "art to go" an. Bei nur 25 Euro sollte man sofort zugreifen!

bis 8.5. – artclub, Melchiorstr. 14, 50670 Köln-Agnesviertel, täglich 15-20 Uhr, Eintritt frei







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