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25. 05. 2012
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Das Spiel mit dem Tod


24.09.2011 06:09 von:

Schlagwörter: Köln,editionale,Delvaux,Buchkünstler,Leporello,Totentanz,Künstlerbuch,Theophrast

(ehu) Er liebt Listen. Oder alfabetische Aufzählungen wie in einem Lexikon. "Da kommen Sachen zusammen, die außer dem Anfangsbuchstaben nichts miteinander zu tun haben", erklärt Jean Delvaux seine Faszination. Wenn er derlei findet – und er ist ein leidenschaftlicher Flohmarktgänger – macht er daraus Kunst. Er verändert die bedruckten oder beschriebenen Papier, interpretiert sie neu, fügt sie mit anderen Listen und Bildern zusammen. Spielt mit Assoziation, mit Formen, Farben, Schriften, Zeichnungen. Reduziert und erweitert, bis daraus Kunstwerke mit ganz eigener phantastischer Ordnung entstanden sind.

Ähnlich geht Delvaux mit "Serien" um. Auch sie geben eine Ordnung vor, fixieren eine Geschichte in der Zeit. Dem muss er seine eigene Ordnung entgegensetzen. Das erinnert nicht von ungefähr an Dada, eine Kunstrichtung, der sich Delvaux besonders verbunden führt. Doch versteckt sich in seinen bunt-fröhlichen Arbeiten durchaus Absicht und Zielgerichtetheit. Das gilt für Spielesammlungen, deren Spielbretter er bis zur Absurdität verfremdet, oder die Bücher des antiken Naturforschers Theophrast, die er ins skurrile weiterentwickelt. Auch die Mysterien der Frau haben es ihm angetan.

Für Kölner Freunde von Künstlerbüchern ist Jean Delvaux kein Unbekannter

Regelmäßige Besucher der Kölner Künstlerbuch-Messe "editionale" kennen den 62-jährigen Luxemburger. Dort zeigte er vor allem seine Bücher und einfallsreich collagierten, oft meterlangen Leporellos. In der Galerie "editionale" stellt er erstmals auch großformatige Grafiken vor, Papierskulpturen und Leporellos, die sich zu großen Türmen aufklappen lassen: Das Buch wird bei ihm zum Spielzeug. Und nichts nimmt Delvaux ernster als das Spiel.

Das zeigt sich auch in seinem Kartenspiel, in dem er die Thematik des Totentanzes aufgreift. Die Karten – expressive Linolschnitte – zeigen fröhliche, skelettierte Militärs, Musiker, Mediziner oder Liebespärchen. Für ihn ist das ein kleines Loblied auf den Tod. Denn durch ihn wird alles endlich, und erst so bekommt alles einen Wert.

bis 8.10., Galerie der Editionale, Siebachstr. 40, 50733 Köln-Nippes, Mi und Do 17-19 Uhr, Sa 12-16 Uhr, und nach Vereinbarung: Tel. 0173 / 272 15 80







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