25. 05. 2012
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Den Spuren des Menschen auf der Spur
(js) Seltsam sachlich und nüchtern, geradezu unspektakulär sind die Farbfotos von Joachim Brohm. Wenn er – eher die Ausnahme – Menschen zeigt, wirken diese meist unbeteiligt. Selbst bei Strandszenen ist kaum etwas von geselliger Freude am Sonnenbad zu spüren. Doch selbst wenn die Menschen auf seinen Bildern von Städten und Architekturen fehlen, "im Geiste" sind sie immer dabei. Denn sie sind verantwortlich für die Veränderungen, für das Unfertige und auch für die Zerstörungen, die das zentrale Thema für den Fotografen sind. Mit rund 100 Arbeiten stellt ihn die Photographische Sammlung der Stadtsparkassen Stiftung Kultur jetzt vor.
Brohm, 1955 am Niederrhein geboren, arbeitet in der Regel in Themenblöcken. Aus dem Ganzen ergibt sich dann die Stimmung. Die ist eher trostlos. Dazu trägt zum einen der eher beiläufig wirkende Blick bei. Zum anderen der vorherrschende graue Himmel und die gedämpften, kontrastarmen Farben. Außerdem wird auf einen optischen Schwerpunkt verzichtet, alles Abgebildete hat den gleichen Stellenwert.
Ein frühes Beispiel für Brohms Auffassung von Dokumentarfotografie in der Kölner Werkübersicht ist die Serien von deutschen Schrebergartenhäuschen, eine Seminararbeit des Fotografie-Studenten: In den herbstkahlen Anlagen vermag nicht einmal der bunte Gartenzwerg Optimismus zu verbreiten. Dann ist da die mediterrane Feriensiedlung, die auf ihre Vollendung wartet. Die im Sande verwehten Hinterhofidyllen im portugiesischen Culatra. Die verstaubten, sicherlich mit Liebe gestalteten Schaufenster im Ruhrgebiet, die trotzdem eher abschreckend als einladend wirken. Das Chaos eines Gebrauchtwagen-Händlers und die Ordnung an einem Taxi-Stand. Dann die Langweiligkeit der Kleinstädte im US-Bundesstaat Ohio (wo Brohm in den 80er Jahren studierte), die eher von Verfall als von Leben geprägt sind. Schließlich entdeckt Brohm bröckelnden Mauerputz als "Kunst am Bau".
Doch hinter der Banalität des Alltäglichen, der Liebe Brohms zum Unbedeutenden, steckt auch etwas Geheimnisvolles: Wer bevölkert die leeren Straßen, wer wohnt hinter den Fensterläden, wer fährt die Straßenkreuzer mit den bombastischen Heckflossen? Und was genau macht der Japaner mit seiner Luxuskarosse – eine der ganz wenigen Serien, wo der Mensch im Mittelpunkt steht.
"Joachim Brohm: Color" – bis 12.12., Photographische Sammlung der SK Kultur, Im Mediapark 7, Tel. 0221 / 888 95-311, täglich außer Mittwoch 14-19 Uhr, Eintritt 4,50/2 Euro

























