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25. 05. 2012
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Der Tod schlägt alles


05.09.2010 20:35 von:

Schlagwörter: Köln,artclub,Kroggel,Greiners,Posner,Tod,Tabu,Zeichnung,Malerei

(js) Die kurzwährenden Dreier-Ausstellungen der rund 100 Künstler, die durch den artclub vertreten werden, sind immer wie kleine Wundertüten. Diesmal ist leider nur ein Treffer dabei – und der heißt Sabine Kroggel. "Malerische Zeichnungen – gezeichnete Gemälde" beschreibt sie die Technik ihrer teils sehr großformatigen Arbeiten, die in der Tat eine meisterliche Mischung zwischen Malerei und Zeichnung sind. Vom Strich her überwiegt die Zeichnung, doch der Einsatz der fast ausschließlich schwarzen Farbe und deren Abstufungen ist gekonnte Malerei. Mit Weiß, bisweilen auch ein bisschen Rot setzt sie die Akzente, die ihrem Thema angemessen sind. Ihr Thema, das ist der Tod. Schon lange nicht mehr das Tabu, als der er immer noch beschworen wird, wohl aber in der aktuellen Kunst eher die Ausnahme. Bei Kroggel erscheint er persönlich, lachend seine Herrschaft über einer Stadt feiernd. Wir sehen seine Opfer, die – im Dickicht dunkler Wälder – sich auf die Selbsttötung vorbereiten oder diese schon hinter sich haben. Es sind düstere, provokative Bilder, die an das unausweichliche Ende menschlichen Lebens erinnern.

"Durch die Leere zur Fülle" nennt Gaby Greiners ihr Sammelsurium aus Malerei, mixed media und Objekten. Eigentlich müsste es "durch die Fülle zur Leere heißen". Denn vor allem die zahlreiche, unterschiedliche schlechte Malerei zwischen figurativ und reiner Abstraktion verbirgt, wo bei der Künstlerin mögliches Können stecken könnte. Am ehesten überzeugt noch ein kleines Reißbild – doch vielleicht ist das auch nur ein Zufallstreffer. Enttäuschend auch der Raum von Antje Poser. Um ein echtes Album mit Kindheitsfotos baut sie einen Raum der Erinnerungen auf. Mit – ebenfalls schlecht gemalten – Bildern, belanglosen Zeichnungen und Collagen und Papierschuhen will sie Betrachter und Betrachterin "eine spannende Reise in die eigene Biografie" und "eine neue Geschichte und Sichtweise" ermöglichen. Das ist eine Konzepthülle für Möchtegern-Psychotherapie, die das magere Handwerk nicht annähernd füllen kann.

Kroggel, Greiners, Posner – bis 19.9., artclub, Melchiorstr. 14, 50670 Köln-Agnesviertel, täglich 15-20 Uhr

 





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