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25. 05. 2012
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Die Kunst auf den Punkt gebracht


01.07.2010 06:00 von:

Schlagwörter: Köln,Museum Ludwig,Lichtenstein,Comic,Picasso,Ludwig,Pop Art

(js) Auch Köln hat eine "Mona Lisa". So jedenfalls nennen Kunstfreunde liebevoll die "M..Maybe" stotternde Comic-Blondine von Roy Lichtenstein im Museum Ludwig. Solche Vergrößerungen von Comic-Bildern machten den Pop-Artisten vor einem halben Jahrhundert populär. Dass dies nur ein kleiner Ausschnitt aus seiner Arbeit ist, zeigt das Museum jetzt mit einer opulente – und comicfreie! – Ausstellung mit rund 50 Gemälden, zahlreichen Skizzen und Vorlagen sowie drei Skulpturen im Museum Ludwig – ein mitreißender Parforce Ritt durch die Kunstgeschichte.

Denn um die Auseinandersetzung mit Kunst, genauer deren Reproduktion und damit der massenhaften Verbreitung bestimmter Bilder, ging es dem 1997 gestorbenen Künstler. Der Ausstellungstitel "Kunst als Motiv" weist ausdrücklich darauf hin. Die Comics sind darin nur ein Mosaikstein, wenngleich sie ihm mit ihren Rasterpunkten, den Schraffuren und klaren schwarzen Linien die zeitgenössischen Werkzeuge gegeben haben mochten. Mit ihnen bearbeitet er, was er sich – wie aus einem Steinbruch – aus der Kunstgeschichte herausbricht. Das Ergebnis dieses intelligenten Spiels sind eigene Neuschöpfungen und scharfsinnige Beobachtungen und Interpretationen der Arbeiten seiner Kollegen.

Eine der frühesten Arbeiten dieser Art ist seine Interpretation im Stil der Art brut von Emanuel Leutzes "Washington Crossing The Delaware", ein Historienschinken zum US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, nicht wegzudenken aus den Amtsstuben. Lichtenstein schuf dies Bild im Stil der Art brut 1951 im Alter von 28 Jahren. Später nimmt er sich dann Picasso, Monet, Mondrian, Margritte, Cezanne oder Leger – kaum einer ist vor ihm sicher. Und wenn er sie auch nach genauen Vorstudien verfremdet, jeder, der sich einigermaßen in Kunst auskennt, erkennt die "Originale" wieder: Lichtenstein legt mit seiner Bearbeitung frei, wie diese Bilder funktionieren – bringt sie buchstäblich auf den Punkt. Es ist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Klischees, mit klassischen Motiven wie Stillleben, Landschaft oder Porträt, die manchmal auch sehr bissig sein kann, etwa wenn er sich die pseudo-antiken Friese an New Yorker Gebäuden vornimmt.

Auch mit indianischer Kunst beschäftigt er sich oder – ab den späten 80er Jahren – mit chinesischer Landschaftsmalerei. Verblüffend, wie es ihm mit seiner Rastertechnik gelingt, den Bergrücken, die sich wie Kulissen im Nebel hintereinander schieben, einen völlig neuen Blickwinkel abzuringen – altmodisch vertraut und doch ganz in dieser Zeit. Das fast drei Meter hohe Bild "Tall Mountain" (1996) aus dieser Reihe konnte das Museum erwerben und präsentiert es jetzt auf einer silbernen Wand.

Die Ausstellung "Kunst als Motiv" wurde aus Mailand übernommen, rund 40 Prozent der Exponate wurden in Köln ausgewechselt. Mit der eigenen Sammlung von 20 Lichtenstein-Gemälden, schon früh von Peter und Irene Ludwig gesammelt, konnte das Museum Ludwig einen wichtigen Teil beisteuern. Nur hier zu sehen sind die fast fünf Meter langen "Bushstrokes" (Pinselstriche) – ein selbstironischer Kommentar zur eigenen Tätigkeit. Eines dieser Kolossal-Gemälde wurde – erstmals – von der Kunstsammlung NRW ausgeliehen. Auf Liechtensteins populäre Comics und seine "Mona Lisa" muss der Besucher im Übrigen nicht verzichten. Er muss nur die andere Treppe hinabsteigen.

"Roy Lichtenstein: Kunst als Motiv" – bis 3.10., Museum Ludwig, Di-So 10-18 Uhr, Eintritt: 9/6 Euro, Katalog: 35 Euro. Umfangreiches Begleitprogramm unter www.museum-ludwig.de. Alle KölnerInnen haben jeweils am ersten Donnerstag im Monat von 10 bis 22 Uhr freien Eintritt in die Ständige Sammlung. Im Sonderausstellungsbereich fällt weiterhin der reguläre Eintrittspreis an.







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