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25. 05. 2012
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Die Kunst der Linie und die japanische Atomkatastrophe


27.05.2011 06:34 von:

Schlagwörter: Köln,artclub,Jansen,Rosenthal,Heydari,Atomkatastrophe,Linie,Zeichnung,Katzen,Por

(ehu) Die Linie ist die Grundlage der Zeichenkunst. Sie führt uns direkt in die Vorstellungswelt des Künstlers. Wenn er sein Handwerk beherrscht, braucht er nicht viel mehr, um eine ganze Welt aufs Papier zu bringen. Sabine Jansen – eines der artclub-Mitglieder, die in der aktuellen der traditionellen "Dreierpack"-Ausstellungen präsentiert werden – beherrscht diese Kunst der Beschränkung zweifellos. Vielleicht gerade einmal die Fläche einer großen Zigarettenschachtel reicht ihr. Mit nur wenigen Strichen – fast nur Andeutungen – zeigt sie die Geschmeidigkeit und Sanftheit von Katzen. Ihre Porträt sind unverwechselbare Wiedergaben individueller Stimmungen. Hinzuweisen ist hier auch auf die äußerst konzentrierte Präsentation. Lediglich vier schlicht gerahmte Katzenbilder und sechs Porträts zeigt sie. Mit ihrer Schlichtheit füllen sie den ganzen Raum.

 

Bei der Malerei von Antje Rosenthal verblüfft zunächst der Stilmix: Ornamentales mischt sich mit Comic-Anleihen, Naturalistisches mit Naivem. So wild wie dieser Stilmix auch – zumindest in den Großformaten – auch die Komposition. Aus dem Gewirr schälen sich apokalyptische, bedrohliche Motive heraus, etwa ein Ungetüm, das eine nackte (Jung-)Frau bedroht. Motive aus den Schattenseiten des Lebens beherrschen diese Einzelausstellung. Sehr sensibel setzt sich Rosenthal mit Selbstmord, Krankheit oder Atomgefahren auseinander, unterstützt von einer beschränkte Palette gedeckter Farben. Auch hier eine konzentrierte Werkauswahl, lediglich auf eine bunte Papiercollage hätte die Künstlerin verzichten sollen.

Im Spiegel zeigt sich, was uns die Zukunft bringt

Einen aktuellen Bezug zur Atomkatastrophe in Japan hat auch die Installation von Kazem Heydari. Er hat den Boden mit 20 Spiegeln ausgelegt. In ihnen spiegeln sich unter der Decke angebrachte Leuchtbilder. Diese zeigen Bilder der Atomkatastrophe in Tschernobyl: den brennenden Meiler, Männer beim Rettungseinsatz, spätere Missbildungen bei Menschen und Tieren durch die ausgetretene Radioaktivität. "Heute, morgen" nennt Heydari seine eindrucksvolle Arbeit: Der Spiegel zeigt uns heute, was uns morgen erwartet.

 

bis 3.5. – artclub, Melchiorstr. 14, 50670 Köln-Agnesviertel, täglich 15-20 Uhr, Eintritt frei

   





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