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25. 05. 2012
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Die Schönheit zerschnitter Bücher


05.09.2010 15:41 von:

Schlagwörter: Köln,Editionale,Juras,Setsuoko,Papier,Buch,Souvenir,Zufall,2010

(js) Mit zwei eigenwilligen, sehr unterschiedlichen Künstlerinnen meldet sich die "Galerie der Editionale", die Galerie für Buchkunst und Editionen, nach einem guten halben Jahr Pause in neuen Räumen im Kölner Ausstellungsreigen zurück. Was die beiden verbindet, ist die Auseinandersetzung mit dem Buch, mit Gewohnheiten sowie die Suche nach Verborgenem. Überzeugt bei Juras der sensible Umgang mit dem Material Papier, sind es bei Setsuoko Fukushima die Vielfältigkeit und Humor.

Unter dem Titel "Bibliothek des Zufalls" stellt Eva Maria Juras ihre Arbeiten zusammen. Das mit dem Zufall ist – wie oft in der Kunst – eine kokette Untertreibung. Denn natürlich steckt eine Absicht dahinter, bedarf es des sicheren Blicks und des handwerklichen Könnens der Künstlerin. Juras zerschneidet Bücher in dünne Scheiben. Damit die einzelnen Blätter dann nicht auseinanderfallen, werden sie unsichtbar zusammengeklebt. Die Blöcke können dann wie elastische Bausteine zu Reliefs oder skulpturenartigen Gebilden zusammengesetzt werden. Sie zeigen konkave und konvexe Formen, lange Spindeln, glatte und gewölbte Formen. An den Schnittflächen – mal rau, mal glatt – werden die "Reste" der Buchstaben sichtbar, die unregelmäßige Muster ergeben. Das erinnert an Baumrinden, Holzmaserungen oder Steinformationen An einzelnen Stellen brechen die Blätter doch auseinander, Risse erlauben tiefe Einblicke. Bisweilen kombiniert Juras das Papier mit Steinen, Eisen oder Flachs. Oder mit Baumwollpulpe, dem Grundstoff für ihr handgeschöpftes Papier, deren strahlendes Weiß mit mit den dunkleren, oft schon vergilbten Farbtönen der Bücher konkurriert. So erzählen sie von der Vergänglichkeit von Sinn und Schönheit.  

Setsuoko Fukushimas "Spazierbilder" sind hintersinnige Andenken an Besuche von Cuxhaven, Wien oder Helgoland. Wer Sehenswürdigkeiten oder klassische Touristenansichten erwartet, kommt nicht auf seine Kosten. Stattdessen fotografierte die Künstlerin dort mit wachem Auge kleine, durchaus charakteristische Details wie Fenster, Regenrinnen oder Wasserflächen. Sie öffnet gleichsam den Blick auf grundlegende Strukturen eines Ortes. Dazu noch ein Steinchen, alles verpackt in ein zigarettenschachtelgroße Kästchen – so ergibt sich eine originelle, eigenwillige Souvenir-Schatztruhe. Eine andere Werkgruppe besteht aus Buchblöcken, deren Titelseite mit gedeckten Farben bemalt sind, zum Teil mit Strukturen oder kleinen Zeichen versehen. Zu Paaren geordnet oder – bei den streichholzschachtelgroßen – in langen, friesartigen Reihen deuten sie verborgene Geschichten an, die sich jedoch dem Betrachter entziehen. Dieses Spiel mit Literatur, Lesegewohnheiten und (enttäuschten) Erwartungen findet sich auch in anderen einzelnen Arbeitsbeispielen, wenn sie etwa die Seiten eines Buches so filigran zerschneidet, dass nur noch einzelne Zeilen stehen bleiben.

bis 30.10., Galerie der Editionale, Siebachstraße 40, 50733 Köln-Nippes, Sa 11-14 Uhr, ab 12.10. auch Di, Mi, Do 17-19 Uhr, Tel. 0173 / 272 15 80







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