25. 05. 2012
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Ein Buch, das mit der Eitelkeit wächst
(ehu) Bücher sind, so ein alter Werbespruch, Erfahrungen, die man kaufen kann. Doch das, was in ihnen festgehalten wird, muss nicht immer in der "klassischen" Form verpackt werden. Wie ja auch Erfahrungen sehr unterschiedlich sind. Es muss nicht immer Wort für Wort und Seite für Seite ordentlich gesetzt sein. Wie das Gewohnte mit Kreativität gesprengt werden kann und so zum Künstlerbuch wird, lässt der experimentierfreudige Papier- und Buchkünstler John Gerard alljährlich die Studenten der Alanus-Hochschule üben. Die Ergebnisse werden regelmäßig von der Kölner Kunst- und Museumsbibliothek ausgestellt.
Äußerst vielfältig präsentieren sich auch in diesem jahr wieder elf Studentinnen – sie sind in der Mehrheit, viele aus dem Ausland. Sie spielen mit Typologie und Papier, mit Farben und Bindearten, collagieren und zeichnen. Auch Leporellos sind beliebt. Ein altes Vagantenlied wird mit gebundenen und übermalten Landkarten nachgezeichnet, ein Kästchen zum Aufbewahren gibt‘s obendrein. Ein farbenprächtig gemaltes Buch mit Papageienbildern wird in einen Vogelkäfig gesperrt, in einer Schatztruhe mit (echten) Muscheln findet auch ein Pop-up-Reiseroman seinen Platz.
Ein Text spielt buchstäbdlich seine Rolle im kleinen Theater
Dann ist da die Geschichte vom eitlen Raben und dem listigen Fuchs. Je mehr sich der geschmeichelte Rabe aufplustert, bis ihm der Käse aus dem Schnabel fällt und der Fuchs ihn fängt, um so größer werden auch die Seiten des Buches, das diese Geschichte erzählt. Eine andere Studentin nimmt die Sprache der Blumen wörtlich und beschriftet die Blütenblätter einer Papierrose. Oder eine Schriftrolle wird zum Hauptdarstellerin einem kleinen tragbaren Theater. Klassische Texte werden ebenso verarbeitet wie mit eigenen Worten und Bildern der ungewohnte deutsche Alltag in einem großformatigen Tagebuch festgehalten wird.
Eine Jury wird das beste der Künstlerbücher auswählen, die Kunst- und Museumsbibliothek wird es für 250 Euro ankaufen.
"Seitenansichten – Künstlerbücher von Studenten der Alanus Hochschule" – bis 27.7., Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln (Treppenhaus des Museums Ludwig). Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln, Mo 14-21 Uhr, Di-Do 10-21 Uhr, Fr 10-18 Uhr, Sa 11-16 h, Eintritt frei

























