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25. 05. 2012
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Ein Fotograf zwischen zwei Malerinnen


21.02.2011 10:59 von:

Schlagwörter: Köln,artclub,Strecker,Barner,Schwertfeger,Tucholsky,Pinsel,Ölkreide,2011

(ehu) Große Qualität zeichnet die drei kleinen Einzelausstellungen aus, mit denen der artclub nach der Einzelschau für Gunter Demnig sein eigentliches Ausstellungsprogramm in diesem Jahr beginnt. Viele mag dabei überraschen, wie groß â€“ geografisch gesehen – das Einzugsgebiet der artclub-Mitgliedskünstler reicht: Immerhin aus Berlin kommt Renée Strecker, mit der die Dreier-Schau beginnt.

Geprägt wird Streckers kleine Ausstellungen von Zeichnungen, die sich aus unzähligen verschieden farbigen Ölkreide-Strichen zusammensetzen. Diese scheinen wie manisch gesetzt, sie laufen parallel nebeneinander her, mal dicht, mal locker, überlagern sich, stehen als getrennte Bündel im Raum, bilden Wirbel. Bildtitel wie "Silenzio", "Nightwalk" oder "Kleine Erzählung" zeigen, dass die Künstlerin mit ihren Bildern durchaus konkrete Assoziationen wecken will. Doch muss man diese ja nicht folgen, kann sie als Anregungen verstehen und Landschaften, Wälder oder Haarzöpfe entdecken.

Malerei, die die Phantasie des Betrachters weckt

Linien spielen auch eine Rolle in den Gemälden von Dina Barner, allerdings als krakelige Knäuel. Daran bleiben die Augen in den Farbkompositionen hängen. Die farbigen Flächen – mit breitem Pinsel gesetzt, oft Tropfspuren hinterlassend – erzeugen Wirbel, Höhlen, schieben sich wie ausgefranste Kulissen hintereinander, lassen Licht aufblitzen. Das alles mit einer Kraft, die vor allem bei den kleinen Formaten den Rahmen zu sprengen droht. Wie bei Strecker sind dies gegenstandlose Bilder, die die Phantasie des Betrachter wecken und in denen er sich verlieren kann.

Schließlich. Der Kölner Fotograf streift diesmal im Sinne von Kurt Tucholsky durch die nächtliche Großstadt. Der Zeitkritiker hatte einst gedichtet: "Du musst auf deinem Gang durch Städte wandern: siehst du einen Pulsschlag lang den fremden Andern." Und so sieht auch Schwertfeger die Passanten: einen Pulsschlag lang, zu kurz, um ein festes, eindeutiges Bild zu erlangen. verwackelt und verwischt sind seine Aufnahmen, großkörnig, in schrägen, wie zufällig wirkenden Ausschnitten. Schwarzweiß sind sie, keine Farbe lenkt ab: Äußerst gekonnt und treffend hält Schwertfeger das typische Nebeneinander in einer Stadt fest, das sich in der Regel in flüchtigen Begegnungen erschöpft.

Unter dem Titel "Temporäre Ansichten" zeigen auch die anderen artclub-Mitglieder wieder neue Einzelarbeiten.

bis 8.3. – artclub, Melchiorstr. 14, 50670 Köln-Agnesviertel, täglich 15-20 Uhr, Eintritt frei







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