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25. 05. 2012
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Eine unbekannte Seite des „Bauernmalers“


28.11.2011 16:09 von:

Schlagwörter: Köln,Wallraf-Richartz-Museum,Leibl,Zeichnung,Wildschütz,Kohle,Kreide,Bleisift,sc

(ehu) Als „Bauern-Leibl“ ist der Kölner Wilhelm Leibl (1844-1899) in die Kunstgeschichte eingegangen. Diese durchaus abschätzige Bewertung lenkt sowohl von seinem malerischen Können ab, sie unterschlägt auch, dass er ein furioser Zeichner war. Diese heute unbekannte Facette seines Werkes zeigt jetzt eine kleine Kammerausstellung im Wallraf-Richartz-Museum im Rahmen seiner Reihe „Der (un)gewisse Blick“.

Die 20 Zeichnungen stammen alle aus dem Besitz des Museums. Es besitzt eine der umfangreichsten Leibl-Sammlungen. Der Grundstock dazu wurde vor einem Jahrhundert mit dem Ankauf eines Konvoluts aus 22 Gemälden, zwei Entwürfen und 18 Zeichnungen gelegt. Der Preis von einer Million Mark zeigt die damalige Hochschätzung. Später wurde der Bestand regelmäßig erweitert. Eine späte Aussöhnung, hatte der Künstler doch beleidigt seiner Geburtsstadt den Rücken gekehrt, weil das Museum ein von ihm geschenktes Porträt seines Vater schlecht aufgehängt habe.

Als sein Gemälde "Die Wildschützen" keine Käuder fand, zerschnitt er es

Die jetzt gezeigten Zeichnungen sind größtenteils Skizzen zu seinem Bild „Die Wildschützen“. Für Leibl ein dunkles Lebenskapitel zehn Jahre vor seinem Tod. Kritiker hatten es verrissen, Käufer fanden sich nicht. Verzweifelt zerschnitt er es in vier Teile, die später separat verkauft wurden.

In der Kölner Ausstellung sind „Die Wildschützen“ nur als kleines Schwarzweißfoto zu sehen, das die Zeiten überdauert hat. Die Bleistiftzeichnungen – im Hochformat etwas schmäler als DIN A 5 – zeigen ausdrucksvoll, wie er sich der endgültigen Komposition genähert hat. Mit breitem, kräftigem Strich sind die Figuren in unterschiedlichen Sitzpositionen und Körperhaltungen skizziert, zum Teil in den Proportionen extrem verzerrt. Im Detail studierte er, wie Hände die Flintenläufe halten sollen. Leibl zeigt sich hier als akribischer Arbeiter, für den das Wie mindestens genau so wichtig war wie das, was er zeichnete bzw. malte.

Er spielt mit Licht und Schatten und hat eine Vorliebe für Gegenlicht

Leibls frühe Blöeistift und Federzeichnungen bestechen durch ihre Akuratesse, die eng beieinanderliegenden Striche, die Übersichtlichkeit. Für seine späteren Zeichnungen wählte Leibl weichere Zeichenmittel wie Kohle und Kreide. Sie ermöglichtem ihm eine lockerere Arbeitsweise. Durch Verwischungen konnte er weiche Übergänge erzielen und zugleiche größere Kontraste. Er spielte – wie einst Rembrandt – mit Licht und Schatten, hat dabei eine Vorliebe für Gegenlicht. Es entstanden Bilder von höchster atmosphärischer Dichte, eher gemalt als gezeichnet.

Im Anschluss an diese wunderbare Bilderschau sollte man sich unbedingt Leibls Gemälde eine Etage höher in den Räumen 4 und 5 ansehen.

„Wilhelm Leibl und die Farbe Schwarz“ – bis 12.2.2012, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Obenmarspforten, 50667 Köln, Tel 02 21 / 221-211 19, Internet: www.museenkoeln.de/wallraf, Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, jeden Donnerstag bis 21 Uhr (außer an Feiertagen), jeden ersten Donnerstag im Monat bis 22 Uhr, Sa und So 11-18 Uhr, Eintritt: 7/4 Euro (ohne Sonderausstellung im Kellergeschoss), Katalog: 6 Euro







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