25. 05. 2012
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Evangelist Johannes zieht im Museum Schnütgen ein
(ehu) Zehn Jahre lang restaurierten die Experten in der Abtei Brauweiler die alte Holzfigur. Am Ende waren sie sicher: Es ist der Evangelist Johannes, entstanden in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Köln. Jetzt hat das Museum Schnütgen die seltene und kostbare Figur aus Privatbesitz erworben.
"Ein bedeutendes Werk aus der ersten Blütezeit der Kölner Skulptur", sagte die kommissarische Museumsleiterin Dagmar Täube, als sie die Neuerwerbung vorstellte. 80 Zentimeter ist sie groß und – eine Seltenheit – nicht ausgehöhlt, sondern voll aus Nussbaumholz. Bei der Restaurierung stellte sich heraus, dass die Figur schon zweimal bearbeitet worden war. Man entschied sich, die "spätgotische" Fassung zu erhalten. Wer genau hinsieht kann verblichene kunstvolle Bemalungen mit Ornamenten und Blüten auf den Gewändern erkennen.
Keiner weiß, wo sich der Evangelist zwischen damals und heute "herumtrieb"
Stilvergleiche führten dann zu dem Ergebnis, dass die Skulptur aus der Kölner Schule kommt, vielleicht sogar aus der Werkstatt, aus der auch zwei Marmorfiguren des Hochaltars im Kölner Dom stammen. Doch das ist Spekulation, denn über die Lebensgeschichte dieses Evangelisten ist nichts bekannt – und im Mittelalter signierten die Handwerker ihre Arbeiten nicht.
Bekannt ist zwar der Name des Vorbesitzers, doch der wird ebenso wenig verraten wie die Höhe des Kaufpreises. Lediglich, dass der Erwerb alleine aus Mitteln des städtischen Ankaufsetats nicht mögliuch gewesen wäre. Finanzielle Unterstützung kam von der Kulturstiftung der Länder, der Peter-und-Irene-Ludwig-Stiftung sowie des Museums-Freundeskreises "Pro Arte Medii Aevi".

























