25. 05. 2012
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Fotos von Fernweh und zarte Porträts
(ehu) Reiner Cieslas Fotos, mit denen die neue Dreier-Ausstellung mit Arbeiten von Clubmitgliedern beginnt, wecken Reiselust und Fernweh. In klaren Farben, jedoch nicht bunter als nötig, und ausgesuchten Ausschnitten zeigt er Bilder aus Honduras und vom Sinai: Obstverkäufer, Strandpromenaden, Straßenreklamen, Details wie ein rostiger Riegel. Die Stimmung schwankt zwischen romantisch und grandios, wenn er etwa die Wolken über dem Meer fotografiert. Es sind gekonnte, schlichtweg "schöne" Bilder, fern jeder Kritik (was ja auch nicht sein muss).
Doch ist Ciesla grundsätzlich alles andere als ein bloßer Dokumentarist. In seiner Videoinstallation "Verinnerungen" verknüpft er seine Aufnahmen aus Honduras, Griechenland und Ägypten mit Fotos aus dem Jahr 1932. Diese zeigen Jugendliche aus Deutschland, Frankreich und Spanien, die an die Folgen des Ersten Weltkriegs erinnern. Heute wissen wir, dass deren Vision von einer gemeinsamen Zukunft brutal zerbrochen wurde. Bleibt die Frage, ob der Massentourismus, zu dem uns auch Cieslas "schöne" Motive verleiten, zu einem friedlichen Zusammenleben der Menschen verhelfen kann.
Heitere Sinnlichkeit durch den Schnitt mit dem Skalpell
Eine sehr eigenwillige Ausdrucksform hat Gosia Richter gefunden. Sie schneidet eigene oder vorgefundene Motive aus, vor allem Akte und Porträts, übermalt diese unregelmäßig mit Pigmentfarben in Bordeaux-Tönen. Dann "zeichnet" sie mit einem Skalpell innere und äußere Konturen nach, einzelne Partien drückt sie anschließend nach vorne. Die Miniaturen erhalten so eine zarte Plastizität mit weichen Schatten. Insgesamt strahlen die Arbeiten eine fast überirdisch heitere, leichte Sinnlichkeit aus, die durch breite Goldrahmen geadelt wird. Bei den günstigen Preisen sollte man zugreifen.
Als Dritte zeigt Andrea Walter inhaltlich und malerisch dick aufgetragene Betroffenheitsmalerei.
bis 27.3. – artclub, Melchiorstr. 14, 50670 Köln-Agnesviertel, täglich 15-20 Uhr, Eintritt frei

























