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25. 05. 2012
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Geordnete Anarchie im Stapelhaus


03.08.2011 09:09 von:

Schlagwörter: Köln,BBK,Stapelhaus,Lachenmeier,Varhonja,System,Anarchie,Sicherheit,Fotografie,2

(ehu) Er ist schon recht ausgetreten, der Pfad, der die Beziehung zwischen Malerei und Fotografie untersucht. Doch Rosa Lachenmeier findet am Wegrand noch ein höchst interessantes Thema: das Spannungsverhältnis zwischen Anarchie und System. Dem widmet sie sich mit größter Sorgfalt, Kreativität und Eigenwilligkeit.

System – das sind für sie Baugerüste, Leitern, Drahtgitter, Geländer. Strenge geometrische Strukturen, die nach genauen mathematischen Formeln entstanden und Notwendigkeiten der Anwendung und Sicherheit zu folgen haben. Gerade Linien und rechte Winkel bestimmen die Ästhetik ihrer fotografischen Abbildungen. Durch Übermalung setzt die Schweizer Künstlerin dem die Anarchie entgegen – zufällige, schwungvolle Formen, Farbtropfen, sich überdeckende, unregelmäßige Farbflächen. Gelb und Blau bestimmen das Bild, Ruhe und Unruhe wechseln einander ab.

Die Strukturen der fotografierten "Realität" werden ausgelöst und von freier Kreativität abgelöst. Die führt naturgemäß eher zu Überraschungen, verneint "sichere" Antworten und Lösungen. Dabei setzt Lachenmeier – ein hintergründiger Witz – ihre Bilder wieder zu strengen, rechtwinkligen Strukturen zusammen, nutzt dabei auch die Ecken und Winkel der Ausstellungshalle. Notenblätter mit Partituren anstelle der "Architektur"-Fotos lassen sich dabei als Bindeglied zwischen System und schöpferischer Anarchie verstehen.

Dank 3-D-Brille: Wird ein Auge zugekniffen, verschwindet eine Farbe des Bildes

Expressive Abstraktion zeigen die Bilder von Nisrek Varhonja. Sie malt auf Strukturgeweben, setzt darauf Linien und Farbflächen mit Acryl, Kugelschreiber, Grafit, Ölstiften oder Ölfarben. Dies geschieht sowohl mit großer Kraft als auch mit größer Feinfühligkeit. In der Auseinandersetzung mit Form und Farbe nimmt sie den Betrachter mit auf die Suche nach einem Thema, einem Ziel. Dadurch werden Gedanken und Gefühle angestoßen, doch wohin diese führen sollen, lässt sich nur erahnen. Eher eine Anekdote sind Varhonjas Bilder, die durch eine "3-D-Brille" mit je einem roten und einem grünen Glas betrachtet werden können. Je nachdem, ob sie mit beiden Augen angesehen werden oder jeweils ein Auge zugekniffen wird, sind durch die entsprechenden Farben zu sehen.

Nisrek Varhonja: "Graphitziös – Knallfaktor 3 / Malerei" und Rosa Lachenmeier: "Anarchie und System / Bildinstallationen" – bis 19.8., BBK Köln, Stapelhaus, Frankenwerft 35, 50667 Köln-Altstadt, Mo-Fr 10-13 und 14-17 Uhr, Di bis 19 Uhr, Tel. 0221 / 258 21 13, im Internet unter: www.bbk-koeln.de, Eintritt frei







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