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25. 05. 2012
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Griechenlands Götter in weißer Schönheit


13.01.2012 15:00 von:(ehu)

Schlagwörter: Museum,Römisch-Germanisch,Antike,Skulpturen,Eröffnung

Zeus kämpft gegen die Titanen:  Der Teil des Pergamon-Altars ist nur aus Gips dabei:. Foto: ehu

Waren die antiken Marmorstatuen nun bemalt oder nicht? Die Ausstellung „Rückkehr der Götter“ im Römisch-Germanischen Museum geht auf diesen aktuellen Archäologen Streit nicht ein. Hier präsentiert sich die Götterschar in strahlendem Weiß. Meist nackt – und wenn bekleidet, dann oft in kunstvoll gemeißeltem Faltenwurf. Da verlieren sogar Fehlstellen ihren Schrecken. Ein Genuss für die Augen ist die Wanderausstellung – und eine kleine Nachhilfe in „Sagen des klassischen Altertums“.

Herrschte auf dem Olymp, dem Sitz der griechischen Götter, oft Streit, sind sie hier friedlich vereint: die Eltern Hera und Zeus und deren Kinder, manche einem Seitensprung des Zeus,  entstammend, Apollo, Athene, Artemis, Hermes, Poseidon, Hades, Äskulap und Dionysos. Letzterem Gott des Theaters und des Rauschs hat man gleichen einen Sonderraum gewidmet, schließlich ist das in Köln gefundene Dionysos-Mosaik gleich die Tür hinaus um die Ecke zu besichtigen.

Die Römer erfreuten sich an Kopien nach griechischem Vorbild

Die meist lebensgroßen Statuen sind fast ausnahmslos römische Kopien nach griechischem Vorbild. Weihegaben, Schmuck und bemalte griechische Tongefäße zeigen, welche Funktion die Götterfiguren im Alltag hatten. So ist auch die Qualität höchst unterschiedlich, sie reicht von Meisterwerken bis zu eher flachen Arbeiten, die vielleicht zur Dekoration im Garten aufgestellt wurden.

"Rückkehr der Götter": In Köln sind Zeus & Co. von allen Seiten zu sehen. Foto: ehu

Die 171 Exponaten entstammen der Antikensammlung der Staatlichen Museen Berlin, der drittgrößten der Welt. Zusammengetragen wurden sie von den brandenburgischen Kurfürsten und deren Nachfolgern, den preußischen Königen und den Hohenzollernkaisern. Als Kriegsbeute kam sie nach der Eroberung Berlins nach Moskau und Leningrad. Zwar wurde sie größtenteils schon 1958 an die DDR zurückgegeben, doch erst nach der Wende systematisch erforscht und restauriert. Es gibt allein 4400 Skulpturen aus dem antiken Griechenland, Rom und Etruskien. Während die Gebäude auf der Museumsinsel restauriert wurden, schickte man einige der Kostbarkeiten auf Tournee.

Der Lauf der Zeit hat seine Spuren an den Statuen hinterlassen. Manches wurde ergänzt, dem jeweiligen Stand der Wissenschaft entsprechend. Die „Aphrodite von Colonna“ erhielt so schon einmal zwei neue Hände. Und jetzt zum dritten Mal: 17.000 Euro kostete das – bezahlt hat die Schönheitsoperation die Stadt Köln als „freiwillige Leihgebühr“.

Kunst oder nicht – der Kölner liebte schon früh das Recycling

Große römische Statuen hat man in Köln im Übrigen noch nicht ausgegraben. Obwohl es hier viele Tempel und auch reiche Bürger gab. Das liegt wohl am pragmatischen Umgang schon der frühen Kölner mit „Überflüssigem“, vermutet Marcus Trier, kommissarischer Leiter des Römisch-Germanischen Museums. Entweder wurde der Marmor zu Kalk verbrannt oder die Figuren wurden zerschlagen und ihre Bruchstücke recycelt. So fand man unter der Hohe Straße den Oberkörper einer Aphrodite – der „Pflasterstein“ ist jetzt ebenfalls zu besichtigen.

Und wie ist das nun mit der Farbe? Andreas Scholl, Direktor der Antikensammlung, bezweifelt, dass die Griechen den wertvollen Marmor bemalten. Allerdings habe man an einigen Stellen des Pergamon-Altars rote Farbreste identifizieren können. Vielleicht habe man damit Blut sichtbar machen wollen. Etwa in der Szene, in der Zeus sich mit gleich drei Titanen anlegt. Ein Gipsabdruck dieses Reliefs wird in Köln ausgestellt. Üblich waren allerdings Ergänzungen aus Metall. Doch der Blitz, den Zeus wohl einst in seiner Hand hielt, ist schon lange verschwunden.

„Die Rückkehr der Götter“ – bis 26.8., Römisch-Germanisches Museum, Roncalliplatz 4, 50667 Köln, Tel. 0221 / 22 12 44 38. Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat 10-22 Uhr, jeden Dienstag 15.30 Uhr eine kostenlose Führung. Eintritt Sonderausstellung: 7/4,50 Euro, Kombikarte mit Dauerausstellung 8/5 Euro, Katalog 24,90 Euro







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