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25. 05. 2012
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Käthe Kollwitz und ihre Erbinnen


28.05.2011 16:55 von:

Schlagwörter: Köln,Kollwitz,GEDOK,Käthe-Kollwitz-Museum,Selbstporträt,Brentano,Spurensuche,Hom

(ehu) Den Kopf auf die rechte Hand gestützt, den Blick genau auf den Betrachter gerichtet: Das ist eines der bekanntesten Selbstporträts von Käthe Kollwitz. Die polnische Künstlerin Mauga Houba-Hausherr nimmt es als Vorlage für ihre vier übergroßen Variationen. Die Hommage an die Berliner Künstlerin ist jetzt im Käthe-Kollwitz-Museum in der Ausstellung "Gesicht zeigen" zu sehen.

Sie soll zeigen, welche Bedeutung das zentrale Thema im Werk von Kollwitz – der Mensch – heute im Schaffen von Künstlerinnen zeigt und wie es umgesetzt wird. auf die Ausschreibung hatten sich 45 Frauen beworben. Alle sind Mitglied in der Kölner Künstlerinnenvereinigung GEDOK. 29 wurden schließlich in zwei Entscheidungsgängen von einer Jury ausgewählt. Zu sehen sind Malerei, Zeichnungen, Fotos, Skulpturen und Collagen.

Wenn ein Drahtkopf Schatten wirft und daraus ein Porträt wird

Nicht nur Houba-Hausherr bezieht sich direkt auf Käthe Kollwitz. Ingrid Scheller ließ sich bei ihren Aktzeichnungen ebenso von ihr inspirieren wie Marieluise Schmitz-Helbig bei ihren Plastiken. Andere Porträts sind losgelöst von Kollwitz, dazu zählen etwa Tremezza von Brentano, eine der bedeutendsten aktuellen Menschen-Malerinnen Deutschlands, die Fotorealistin Roswitha Waechter mit ihren Bildnissen eines Mannes mit Mütze. Oder Manuela Krekeler-Marx: Ihre Köpfe, in wilden, sich überlagerten Strichen gezeichnet, könnten die Schatten ihrer verknäuelten Drahtköpfe sein.

Unter dem Begriff "Spurensuche" fassen die Kuratorinnen die Arbeiten zusammen, die sich auf die Suche nach der Geschichte von – oft verschwundenen oder vergessenen – menschen machen. Diese müssen dann nicht unbedingt abgebildet sein. So packt Angelika Wittek das Leben einer Frau in 25 weiße Kästchen, darin Objekte, oft nur im Puppenstubenformat: Nähzeug, das Diadem für die Silberne Hochzeit, den Rosenkranz für die 1. Kommunion, Souvenirs an eine Parisreise, flauschige Osterküken, Geldstücke. Angelika Kissing baut ihrer unbekannten Oma zwei Häuser aus Keramik, bedeckt mit Worten, Bildern und Symbolen zu Flucht, Krieg, Arbeit und politischen Ereignissen.

Unter der Oberfläche versteckt sich die Persönlichkeit

Schließlich die Arbeiten, die die Persönlichkeit unter der sichtbaren Oberfläche suchen. Sinnbild dafür die Fotoarbeiten von Fotografin Zoia Laufenberg: Sie umhüllt ihre Modelle mit Tuch, so dass deren Formen sich darunter schemenhaft abzeichnen. In kleine Kästchen, die in Gaze verpackt sind, steckt Gisela Tschauner kleine Porträts. Um sie zu erkennen, muss der Betrachter versteckt die Lücken und den richtigen Blickwinkel finden. Zu diesen "Verhüllungen" passen auch die blau gehaltenen Fotografien von Hildegard Weber: menschen halten abwehrend ihre Hand vors Gesicht, um nicht erkannt zu werden.

Das alles ist von großer Vilefalt und von hoher Qualität. Beim Vergleich helfen die parallel präsentierten Arbeiten von Käthe Kollwitz. Darunter auch kleine Seltenheiten. So etwa ihre letzte Auftragsarbeit aus den Jahren 1941/42, ein Porträt der "Frau Otto Bartning". Erstmals gemeinsam zu sehen sind auch die beiden Bilder, als sich Käthe Kollwitz und Hedwig Weiß gegenseitig porträtierten.

"Gesicht zeigen" – bis 17.7., Käthe-Kollwitz-Museum Köln, Neumarkt 18-24, 50667 Köln, Tel. 0221 / 227-28 99 / 26 02, Telefax: (0221) 227-3762, www.kollwitz.de, Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa, So und feiertags 11-18 Uhr, Eintritt: 3/1,50 Euro, Katalog 14 Euro





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