25. 05. 2012
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Kinder auf den Spuren von Liebermann, Slevogt und Corinth
(js) Einradfahren und Rollschuhlaufen sind die Hobbys von Käthe. die Achtjährige kann aber auch ganz still sitzen – nämlich dann, wenn sie malt. So wie jetzt ist der Malwerkstatt des Wallraf-Richartz-Museums. Mit Buntstiften zaubert sie eine kleine Landschaft aufs Papier, die hinterher ausgeschnitten und zu einer Postkarte zusammengeklebt wird. Dabei lässt sie sich ebenso ungern stören wie Katharina. Die Fünfjährige ist mit Eifer bei der Sache, will so eine grüne Wiese malen, wie sie ihr eben der Künstler Peter Gartz auf einem Bild von Max Slevogt gezeigt hat. Gartz arbeitet gerne mit Kindern zusammen: "Sie sind spontan, setzen Vorschläge individuell um und kommen zu überraschenden Lösungen". Die Unruhe der 30 Kinder, die die Malschule an diesem Tag besuchen, ist wie weggeflogen. Konzentriert und voller Eifer zaubern sie mit Pinsel und Farbe bunte Bilder.
Die Malwerkstatt für Kinder ab vier Jahren ist eine neue Attraktion, die zur Sonderausstellung mit Bildern von Liebermann, Slevogt und Corinth angeboten wird. Sie ist bis zu deren Ende am 1. August jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet und – so Matthias Hamann vom Museumsdienst – ein "großer Schritt in Richtung Familienmuseum". Während sich die Eltern ungestört die Landschaften der drei deutschen Impressionistischen ansehen, können ihre Kinder in einem Nebenraum des Foyers eine "Fahrt ins Blaue" unternehmen und dabei aktiv die Welt der Malerei erforschen. Dabei lernen sie sogar etwas mehr als ihre Eltern, denn hier gibt es nicht nur die Bilder vom pfälzischen Neukastel zu sehen, die Max Slevogt gemalt hat. Sie sehen auch Fotos, die zeigen, wie es dort heute aussieht. Und was sie gemalt haben, dürfen sie selbstverständlich auch mit nach Hause nehmen.
Eine Anmeldung für die Malwerkstatt ist nicht nötig, es ist lediglich ein Euro für Material zu zahlen. Dafür gibt es dann sogar eine kleine Pop-up-Karte zum Selbermalen und Ausschneiden als Andenken. Angeboten werden Wasserfarben und Wachsstifte. Und natürlich qualifizierte Museumspädagogen wie Peter Gartz. Rund 5.000 Euro lässt sich das Wallraf-Richartz-Museum die Malschule kosten. "Das Geld ist gut angelegt", ist Hausherr Andreas Blühm überzeugt. Kurzfristig rechnet er mit mehr Eltern, die die Impressionisten-Ausstellung besuchen. Die lockt er mit einem Familienticket, für Eltern und Kinder kostet es 19 Euro. Und langfristig – so seine Hoffnung – werden aus den kleinen Malern fleißige Museumsgänger.

























