Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





25. 05. 2012
Seite drucken

Kostbares Glas aus römischen Gräbern


21.09.2011 19:01 von:

Schlagwörter: Köln,Römisch-Germanisches Museum,Römer,Friedhof,Beerdigung,Grabmal,Archäologe,Se

(ehu) Der Bau der Nord-Süd-Bahn bedeutet für die Archäologen Überstunden. Sie müssen die Zeugnisse aus 2000 Jahren Kölner Stadtgeschichte sichern, ohne die Bauarbeiten allzu sehr zu verzögern. Rund zweieinhalb Millionen Fundstücke konnten sie bisher sichern. Besonders fündig wurden sie auf einem römischen Friedhof am Chlodwigplatz. Hier stießen sie auf gut 400 Gräber. Die schönsten Grabbeigaben sind jetzt in einer Sonderausstellung des Römisch-Germanischen Museums zu sehen.

Auch bei der Beerdigung ihrer Toten folgten die Römer der Mode. So wurden im 1. Jahrhundert die Toten verbrannt, ihre Asche in Urnen beigesetzt. Im 2. und 3. nachchristlichen Jahrhundert ging man zur Körperbestattung über. Wer Geld hatte, zeigte dies durch prächtige Grabbauten. So wie das Grabmal des Poblicius, das bereits zwischen 1965 und 1967 am Chlodwigplatz gefunden wurde und seitdem im Museum zu bestaunen ist.

Der römische Friedhof war bekannt – die Überraschung trotzdem groß

Man wusste also, dass dort ein römischer Friedhof lag. Die neuen Funde kamen trotzdem überraschend. Denn im Mittelalter bauten die Kölner hier ihre Stadtmauer, von der heute nur noch die Severinstorburg zu sehen ist. Da war Teil einer großen Befestigung, deren Fundamente bis zu zehn Metern in die Tiefe reichten.

Ob der Tote verbrannt wurde oder sein Körper in der Erde bestattet wurde – immer gab man ihm mit ins Grab, womit er auch im Jenseits gut leben konnte. Schalen, Ess- und Trinkgefäße, Krüge, Öllampen, Miniaturmodelle von landwirtschaftlichen Geräte, Fibeln, Schlüssel, Parfümfläschchen fand man in Köln. Auch einen Saugheber, über dessen Zweck die Experten noch rätseln. Frauengräber sind an den Schmuckbeigaben leicht zu erkennen.

Jede Ausstellungsvitrine der Sonderausstellung zeigt die Beigaben aus einem Grab

Während in der Dauerausstellung des Museums die Grabbeigaben thematisch zusammengefasst sind, zeigen die Vitrinen dieser Sonderausstellung, was jeweils in einem Grab gefunden wurde. Erleichtert wurde der Zusammenhalt durch die Arbeitsweise der Archäologen. Um schnell zu sein, hoben sie jedes Grab als ein Block aus und legten dessen Inhalt dann später in den Werkstätten des Museums frei. Ein Viertel wartet noch darauf, restauriert, erforscht und katalogisiert zu werden.

"Römische Gräber am Chlodwigplatz" – bis 11.12., Römisch-Germanisches Museum, Di-So 10-17 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat 10-22 Uhr







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse