25. 05. 2012
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Künstler zwischen den Stühlen
(js) Wenn ein Künstler sich möglichst breit bei einer Ausstellung präsentieren will, ist das verständlich. Doch meist tut er sich damit keinen Gefallen, zumal wenn die Qualität höchst unterschiedlich ist. Dafür gibt es bei den regelmäßigen artclub-Dreier-Ausstellungen immer wieder Beispiele, aktuell von Bernd Müller. Seine Stärke sind zweifellos kleine Bronzeplastiken. Formal klar mit expressiven Anklängen, ist er hier mit hintergründigem Witz menschlichen Schwächen und Notfällen auf der Spur: Seine "Nachläufer" karikieren kopf- und hirnlose Mitläufer, und bei "Zwischen den Stühlen" weiß der Protagonist nicht, wie er sich aus dieser Klemme befreien soll. Unentschlossen dagegen schwankt Müller bei seinen Holzplastiken zwischen abstrakt und realistisch, disparat auch sein Zyklus "Chinesische Tierkreiszeichen", bei dem handwerklich Unfertiges Gekonntes überstrahlt. Sinnvoller wäre es gewesen, sich etwa auf seine gekonnten Mal-Beispiele, in denen er das Motiv kristallin zerlegt, zu beschränken oder etwa seine Bronzeplastiken mit Werkskizzen zu ergänzen.
Überzeugender die konzentrierte Präsentation der beiden anderen artclub-Mitglieder. Einblick in seine Werkstatt gibt Johannes Kaiser. In einem Video zeigt er, wie seine Emailbilder entstehen. Ein Genre, das vor allem in Werbeschildern seine Hochzeit in den 1920er Jahren hatte. Kaiser greift in der ausgestellten Werkgruppe "email ohne @" als Motiv Begriffe und Bilder aus der Computerwelt auf. Dies erinnert bisweilen an das Auge verwirrende Op-Art-Effekte, aber kein um 50 Jahre verspäteter Nachklapp dieser Kunstrichtung, sondern frisch und up to date.
Durchaus konventionell sind Claire Mesnils kleine, kolorierte Zeichnungen von "Pariser Dächern". Ihre Miniaturen zeichnen sich durch handwerkliche Perfektion, sicheren Strich, ein sensibles Farbgefühl und Liebe zum Detail aus, durch einen Hauch Romantik und Surrealismus (zugreifen!). Macht es die gebürtige Elsässerin einige Nummern größer in Öl, entstehen beeindruckende kühl-elegante, distanzierte Bilder von Einsamkeit und Sehnsucht in der Großstadt, mit akzentuierenden Schatten und etwas Sentiment.
bis 9.5., artclub, Melchiorstr. 14, 50670 Köln-Agnesviertel, Mo-So 15-20 Uhr

























