Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





25. 05. 2012
Seite drucken

Künstlerin singt mit Fleiß das hohe Lied der Faulheit


05.11.2011 11:59 von:

Schlagwörter: Köln,Museum Ludwig,Bonin,Faulheit,Sloth,Hase,Pinocchio,Rakete,Karussell,2011

(ehu) Für Hausherr Kasper König wäre sie die „ideale Museumschefin“: Cosima von Bonin ist bestens in der deutschen Kunstszene vernetzt, dazu überaus fleißig. Dabei singt sie in ihrer neuen Ausstellung im Museum Ludwig das hohe Lied der Faulheit. Das aber mit viel Aufwand und Phantasie. „Cut! Cut! Cut!“ so ihr Kurztitel und alles dreht sich um den schwarzen Hasen, der ganz entspannt auf dem Rücken unter Sonnenschirmen liegt und auf dessen Fußsohlen das englische Wort „Sloth“ zu lesen ist. Das heißt auf Deutsch so viel wie Trägheit oder Faulheit. Und ist der Bezeichnung für ein Faultier.

Der Hase dreht sich auf einem Karussell – oder besser auf einer „Lazy Susan“. So heißen in England die Drehtische in chinesischen Restaurants. Auch auf deutschen Tischen sind solche drehbaren Aufbauten bekannt. Auch andere ihrer überdimensionalen Stoff-Fabeltiere hängen eher schlaff herum. Erschöpft klammert sich ein weißes Küken auch einer neun Meter langen Rakete fest, der Flug ist dem „Vomiting Chick“ sichtbar nicht gut bekommen.

Pinocchios lange Lügennase wächst durch die Wand und lockt eine Spinne an

Eine Krake fläzt sich auf einer Stoffmatratze, zu faul, sich dem bunt-gemusterten Untergrund zur Tarnung anzupassen. Auch Pinocchio ist ein „Tagedieb“: hoch thront er auf einem Schiedsrichterstuhl, seine lange Nase biegt ab zur Wand, verschwindet darin, taucht wieder auf – und weil sie sich nicht bewegt, beginnt eine Spinne ihr Netz zu spannen. Lässig genießen zwei Hunde das Strandleben. Und neugierig gucken Augenpaare aus geöffneten Muscheln.

Vollgepackt fast bis unter das Oberlicht ist das Märchenreich, das die Kölner Künstlerin im ehemaligen „Heldensaal“ aufgebaut hat. Auf kargen, verschachtelten Holztableaus, überdimensionierten Tischen ähnlich, präsentiert sie ihre Kunst, lädt zur Entdeckungstour ein. Dazu gehören auch Musik, Filme und ein Begleitheft mit einem Gespräch zwischen der Künstlerin und Duft Duck – ???. Solche oft skurrilen Grenzüberschreitungen und Kunsterweiterungen sind fester Bestandteil in Bonnies Arbeit. Dazu lädt sie – wie auch hier – regelmäßig Künstlerkollegen der anderen Sparten ein.

Köln ist die letzte Station dieser Ausstellung. Sie begann in Rotterdam, dann folgten Bristol und Genf. Jedesmal wurde sie entsprechend den jeweiligen Gegebenheiten erweitert. Mit rund 70 Objekten wird jetzt ein grandioser Schlusspunkt gesetzt.

„Cosima von Bonin‘s Cut! Cut! Cut! for Museum Ludwig‘s Sloth Section“ - bis 13.5.2012, Museum, Di- So 10-18 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat 10-22 Uhr, Eintritt 10/7 Euro, ein Katalog ist in Arbeit







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse