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25. 05. 2012
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Licht und Luft in Schwarz und Weiß


31.05.2010 12:21 von:

Schlagwörter: Köln,GAG,Mantz,Schmölz,Riphahn,Kunstforum,Wohnsiedlung,Architekturfotografie

(js) in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts war Köln eine Hochburg des Siedlungsbaus. Allein für die GAG, die Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (heute GAG Immobilien AG, mehrheitlich im Besitz der Stadt Köln), entstanden in dieser Zeit rund 30 Wohnsiedlungen. Namhafte Architekten wie Wilhelm Riphahn, Manfred Faber oder Caspar Maria Grod setzten mit ihrem "Neuen Bauen" dabei Maßstäbe, an denen sich heutige Siedlungsbauten messen lassen müssen (und oft genug daran scheitern). Kongeniale Dokumentaristen dieser Arbeiten waren die Fotografen Werner Mantz (1901-1983) und Hugo Schmölz (1879-1938). Ihnen widmet die GAG jetzt eine umfassende Ausstellungen im Neuen Kunstforum, 120 Fotos aus dem eigenen Archiv werden gezeigt.

Die Stilvielfalt in dieser Zeit war durchaus groß, doch zeichneten sich die GAG-Siedlungsbauten durch große Klarheit aus. In der Frühzeit wurde oft der Gedanke an Nachbarschaftsgemeinden verfolgt, Reihenhäuser wurden – wie in der Mauenheimer Nibelungensiedlung – wie kleine Städtchen mit verbindenden Toreinfahrten gebaut. Auch der "Grüne Hof" (Mauenheim) oder der "Blaue Hof" (Buchforst) verfolgten mit ihren mehrstöckigen Häusern, die als geschlossener Block um einen großen, parkähnlichen Innenhof herum gebaut waren, diesen Gemeinschaftsgedanken. Oft genug waren hier die Eckhäuser besonders betont, sei es als herausragende Türme oder auch als niedrige kleine Geschäfte. In der "Weißen Stadt" (ebenfalls Buchforst) setzte man auf mehrere fünfgeschossige Mietshauszeilen und angrenzende Einfamilienhäuser. Bei der Farbgebung wurde mit Künstlern wie Heinrich Hoerle zusammengearbeitet. Ornamente oder andere verzierungen wie Simse wurden nur sparsam eingesetzt. "Lich, Luff un Bäumcher" (für Nicht-Kölner: Licht, Luft und Bäumchen) war das zentrale Motto für eine bessere Wohn- und Lebensumwelt in der schnellwachsenden Großstadt Köln.

Mantz und Schmölz fotografierten im Auftrag der GAG. Mantz arbeitete dabei vor allem mit Licht und Schatten. Damit gelang es ihm, die strengen geometrischen Formen der Architektur zu betonen. Er bevorzugte eine starke Untersicht, damit und mit radikalen Ausschnitten erreichte er eine perspektivische Verkürzung, die den Häusern oft etwas Monumentales verlieh. Diese oft theatralischen Inszenierungen waren der Beginn einer eigenständigen "Architekturfotografie". Schmölz dagegen arbeitete sachlicher. Er war bekannt dafür, auch schwierig zu realisierende Aufgaben zu übernehmen. Nicht von ungefähr war er deshalb für die Innenaufnahmen der Musterwohnungen und den unfertigen Zustand der Bauten zuständig. Bei beiden Fotografen ist die Abbildung von Menschen die Ausnahme.

Die Exponate im neuen Kunstforum sind großformatige Abzüge von den Original-Glasnegativen. Abhängig von deren Zustand, sind sie in klaren Schwarzweiß-Tönen oder mit einem leichten Sepiahauch. Viele Motive von Mantz und Schmölz sind inzwischen zu Ikonen der Architekturfotografie geworden und von vielen Ausstellungen bekannt. Doch diese Ausstellung zeigt auch eher Unbekanntes. Dazu zählen Schmölz‘ Innenansichten, die Aufnahmen aus Kindergärten und von den Bauarbeiten sowie Luftaufnahmen. Hier ist zu sehen, wie viele Siedlungen damals auf der grünen Wiese entstanden und heute umbauter Bestandteil in den Stadtteilen sind. Ergänzt wird die Ausstellung durch Stadtpläne, Baupläne und Lebensläufe.

"Lich, Luff un Bäumcher" – bis 10.6., Neues Kunstforum, Alteburger Wall 1, Köln-Südstadt, Öffnungszeiten: täglich 16-20 Uhr, der Eintritt ist frei. Katalog: 10 Euro







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