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25. 05. 2012
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Massenware aus der Römerzeit


03.05.2011 13:47 von:

Schlagwörter: Köln,Römer,Öllämpchen,Votivtafel,Model,Gips,terra sigillata,Ton,2011

(ehu) Schon die Römer wussten: Wenn etwas billig sein soll, muss es als Massenware produziert werden. Richtig gemacht, braucht man dann meistens auch keine Fachkräfte. Ihr gar nicht so neuer Trick: Sie benutzten Modeln oder Formen. Wie sie bei der Produktion von Öllämpchen, Tonspielzeug, Votivtafeln, Trinkgläsern oder Festtagsgebäck vorgingen, zeigt im Römisch-Germanischen Museum die Ausstellung "FormVollendet".

Solche "Massenware", die oft von weither importiert wurde, finden Archäologen auch in Köln immer wieder. Seltener dagegen – vor allem für Töpferwaren – die dafür verwendeten Formen. Die waren meistens aus Gips. Wenn sie wegen Abnutzung nicht zerstört wurden, lösten sie sich im feuchten Kölner Boden relativ schnell auf. Die Exponate in der Ausstellung sind deshalb meist angekauft.

Qualität des Produkts an Nachbearbeitung erkennbar

Für eine Figur wurde eine zwei-, manchmal auch dreiteilige Form für die Vorder- und die Rückseite gebraucht. Sie wurde mit Ton gefüllt. Je besser die Formteile aufeinander passten, um so geringer die Nacharbeiten nach dem Herauslösen des Objekts. In Nordafrika war man da besonders genau, brannte sogar Terrakotta-Hähne von fast einem halben Meter Größe. Auch Öllämpchen wurden so hergestellt: Eine Form für den schlichten Unterteil, eine mit kunstvollen Motiven für den Oberteil. Bei den mundgeblasenen Trinkgläsern mit ihrem Knospenmuster wurde ähnlich vorgegangen.

Um ihre Produkte zu verzieren, gingen die Töpfer ähnlich wie Springerle-Bäcker vor: Sie hatten eine Model aus Gips oder Ton, in die die unterschiedlichsten Motive eingedrückt waren. Die Vertiefungen wurden mit Ton gefüllt, das einzelne "Bild" wurde wieder herausgelöst und konnte zum Beispiel auf eine Schale appliziert werden. Tiere, Pflanzen oder ganze mythologische Figurengruppen waren als Motiv besonders beliebt.

Mit dem Holzhammer wurde die Gunst der Götter erfleht

Für die Votivtäfelchen, mit denen der Segen der Götter erbeten wurde, gab es Positivformen. Das Gold- oder Silberblech wurde darauf gepresst oder mit einem Holzhammer, durch Leder gedämpft, darauf geschlagen, bis sich die Form abzeichnete.

Erst vor wenigen Tagen fanden die Archäologen bei Ausgrabungen am Waidmarkt Reste für Formen, mit denen wertvolles "terra sigillata"-Geschirr hergestellt wurde. Dieses war wegen seines roten Glanzes besonders beliebt. Bisher gingen die Experten davon aus, dass derlei nur in Italien und Frankreich hergestellt wurde, vor allem weil der weiße Kölner Ton nicht dafür geeignet war. Ob es nun doch auch dafür eine Töpferei in Köln gab – das Rätsel muss noch gelöst werden.

"FormVollendet" – bis Ende Juni, Römisch-Germanisches Museum Köln, Roncalliplatz 4, 50667 Köln, Tel. 0221 / 22 12 44 38. Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Do. 10-20 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat 10 - 22 Uhr







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