25. 05. 2012
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Menschliches Panoptikum und zu viel Weiß
(ehu) Zwei sehr unterschiedliche Schwerpunkte ihrer Arbeit zeigt Kadie Schmidt-Hackenberg. Da sind zum einen die Beispiele aus ihrer Reihe "One million faces": Gesichter, mit sicher-leichtem Tuschpinsel aufs Papier gebracht und mit Aquarell akzentuiert. Männer, Frauen, Kinder – sparsame Andeutungen genügen und sie werden zu kleinen Persönlichkeiten, schauen arrogant oder versoffen, zeigen ihre dicken oder kleinen Nasen. Ein höchst amüsantes Panoptikum menschlicher Vielfalt. Den Gegenpol zu diesen spontanen Arbeiten bilden die intelligent komponierten Städtebilder. Die großformatigen digitalen Collagen zitieren Architekturfragmente, erinnern mit ihrem prismatischen Farbenspiel auf den ersten Blick an Feininger. In diese unwirklichen Städtelandschaften zeichnet sie stilisierte Menschengruppen. Sie wirken wie Touristen, die sich in einer unbekannten Umgebung zurechtfinden müssen, und lassen sich als Symbol für die Unwirtlichkeit der Städte deuten.
Von Oli sind Zeichnungen und Collagen zu sehen. Von politischem Anspruch seine Karikaturen unter dem Titel "Die großen Leute": Um missbrauchte Werte wie Disziplin, Patriotismus, Gehorsam und Stolz geht es da, vertreten durch Menschen, deren skelettierte Beine im Sumpf versinken und die mit entsprechenden Symbolen überfrachtet sind. Die Kugelschreiber-Zeichnungen sind ein dichtes, detailreiches Strichelgewirr – weniger wäre deutlich mehr. Wie in seinem Cartoon "Die Connections". Hier skizziert er humorvoll mit breit-lockerem, sehr eigenwilligen Strich das Clubleben mit Reden und Trinken.
Bei Lydia Fell verliert sich die Kunst im weißen Nichts
"Weiß ist die Farbe der Stille. Überdeckt alles Lebendige – und lässt doch am Leben. Ummantelt die Unruhe – und schafft Raum für Neues." Undsoweiterundsoweiter. Nachdem Lydia Fell dem Betrachter die Gebrauchsanweisung für ihre Bilder gegeben hat, mag dieser verstehen, warum eine der weißen angemalten Leinwände das Wort "Stille" trägt und andere verhuscht-angedeutete Gesichter mit geschlossenen Augen. Mögen muss er sie deswegen noch lange nicht. Das Weiß führt hier eher ins Nichts.
bis 19.6. – artclub, Melchiorstr. 14, 50670 Köln-Agnesviertel, täglich 15-20 Uhr, Eintritt frei

























