25. 05. 2012
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Millionenteures Bild als Geburtstagsgeschenk
(ehu) Verpackt in einem einfachen Pappkarton lag es auf dem Fußboden: ein Bild des französischen Impressionisten Claude Monet. Anfangs skeptisch, hatte Götz Czymmek, Kurator am Kölner Wallraf-Richartz-Museum dessen Echtheit sofort erkannt. Das war vor fast 20 Jahren. Jetzt ist die "Frühlingsstimmung bei Véthuil" nach über 100 Jahren erstmals wieder in der Öffentlichkeit zu sehen. Das passende Geschenk zum 150. Geburtstag des Museums. Der wird in diesem Jahr mit einem umfangreichen Programm gefeiert.
Doch der Reihe nach: 1991 erhielt Czymmek den ersten Anruf einer alten Dame, sie fragte nach den Bedingungen für eine Schenkung an das Museum. Später sprach sie dann von einem Monet, den sie selber schenken wolle. Der Experte für Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts war skeptisch, glaubten doch immer wieder Menschen, auf dem Speicher einen van Gogh oder anderen alten Meister gefunden zu haben, wie er bei der Vorstellung des Bildes am Dienstag erklärte. Trotz seiner Bedenken besuchte er "die alte Dame" und machte die Entdeckung seines Lebens. Auf dem Rücksitz seines Dienstwagens brachte er das zart violette Landschaftsbild nach Köln.
Mäzenin bleibt unbekannt
Das Geschenk ist allerdings mit zwei Bedingungen verbunden. Zum einen durfte es erst nach dem Tod der Schenkenden ausgestellt werden, zum anderen darf ihr Name nie bekannt werden. Voriges Jahr nun starb sie im Alter von 99 Jahren. Und der Weg zur "Veröffentlichung" war frei. "Das ist unser wertvollster Neuzugang", freute sich dann auch Museumsdirektor Andreas Blühm, dessen Haus über einen kaum nennenswerten Einkaufsetat verfügt. Kommt – was selten genug ist – ein Monet in den Handel, erzielt er locker Preise im zweistelligen Millionenbereich.
Monet malte das Bild 1880, für ihn ein entscheidendes Jahr. Es war das Jahr, in dem seine Frau starb und in dem er mit seiner ersten Einzelausstellung seinen festen Platz in der Kunstgeschichte fand. Es ist auch – mit Abbildung – im vierbändigen Werkverzeichnis des Kunsthistorikers Daniel Wildenstein aufgeführt. Dort endet seine "Existenz" allerdings mit dem Jahr 1889, als es in den besitz eines Galeristen gelangte. Von da ab gibt es eine lange Leerstelle im Lebenslauf. Von wem die letzte Besitzerin das Gemälde erhalten hat – nach eigenen Angaben in den 1940er Jahren –, ist unbekannt.
Dem Art Loss Register gemeldet
Das Kölner Museum hat es jedenfalls sofort dem "Art Loss Register" gemeldet. Dort werden alle gestohlenen Kunstwerke registriert. Auch solche, die von den Nationalsozialisten ihren jüdischen Besitzern gestohlen wurden. Bis jetzt haben sich noch keine Erben möglicher ehemaliger Eigentümer mit Besitzansprüchen gemeldet. "Unsere Türen stehen offen", versprach Czymmek.

























