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25. 05. 2012
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Natur besiegt wilde Partys


25.12.2010 17:40 von:

Schlagwörter: Köln,Limburg,Expressionismus,Vulkan,Natur,Landschaft,Entschleunigung,Idylle,Wald

(js) Nackte Menschen, Männer und Frauen, sie feiern eine Party, doch stehen sie dabei beziehungslos nebeneinander. Stattdessen blicken sie mit großen Augen den Betrachter des Bildes an. Dessen Blick scheint sie trotz ihrer Blöße nicht zu stören. Das erinnert an den Tanz auf dem Vulkan, ein klassisches Motiv des deutschen Expressionismus, worauf auch Malweise und Farben des Bildes verweisen. Nicht von ungefähr, denn der Kölner Maler Günter Limburg schätzt diese Stilepoche. Doch ist er kein einfacher Epigone, sondern hat seine eigene zeitgemäße Handschrift.

Doch das Thema der Beziehungslosigkeit und der Vergnügungslust ist zeitlos. Für Limburg, der sich immer wieder mit dem Verhältnis des Individuums zur Gesellschaft beschäftigt, hängt es eng mit der heutigen Hektik zusammen, mit der stetigen Sucht nach Beschleunigung. Diesem Trend zu entkommen, hat er in diesem Jahr ganz bewusst versucht. Entschleunigung ist sein Motto. Und der Weg dahin ist seinen diesjährigen Arbeiten abzulesen. Auch wenn das Ziel noch nicht abzusehen ist, der Ausstellungstitel "Irgendwo im Nirgendwo" deutet an, dass zumindest die Zielvorstellung feststeht. Es war für den 51-jährigen Künstler ein arbeitsreiches Jahr der intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst und der Umwelt wie lange nicht mehr. Um nicht nur seine Freunde daran teilhaben zu lassen, hat er sein Atelier am Erzberger Platz in Nippes noch bis zum 14. Januar 2010 zum offenen Atelier erklärt.

Bilder ohne Titel

Nach den eher "kalten" Gruppenbildern entstanden Wimmel-Gruppenporträts voller surrealer Geschichten. Da werden Delfine an der Leine geführt, Menschen haben Tierköpfe, Gurus halten Hof. Es sind eher Typen als Persönlichkeiten, sie stehen in ihrer Vielfalt für die Individualisierung unserer Zeit, für die zahlreichen Möglichkeiten der Sinnsuche. Ein Ziel kann dabei die Familie sein, in diesem Motiv deutet sich eine Idylle und damit eine Abkehr von der Hektik an. Die Bilder zeichnen sich nicht allein durch ihren narrativen Inhalt, sondern auch durch eine eigenwillige Mischung aus Malerei und Zeichnung aus. Einen Titel gibt ihnen der Künstler im Übrigen nicht, er will die Phantasie des Betrachters nicht durch vorgegebene Worte einengen.

Im Laufe der Zeit schlich sich die Landschaft als Motiv in Limburgs Oeuvre ein. Besser: Sie schlich sich wieder ein, denn sie war lediglich verschwunden – wenn auch für Jahrzehnte. Da sind zum einen durchaus luftige, atmosphärische Städtebilder. Dann aber vor allem die "Wald"-Bilder. Kräftige, bisweilen aggressive Farbkompositionen unterstreichen die Kraft, mit der sich die Natur in Gestalt mächtiger Bäume die steinernen Städte zurück erobert. Von Menschen ist nichts mehr zu sehen. Zwischen den Ästen scheinen Sonne oder Mond hindurch. Und manchmal verbreiten sie ein wunderbares warmes Licht – dann ist die Entschleunigung angekommen. Und aus dem "wilden Expressionisten" Limburg ist ein seinem Stil treu gebliebener moderner Romantiker geworden.

Günter Limburg: "Irgendwo im Nirgendwo" – art souterrain, Erzbergerplatz 6, 50733 Köln-Nippes, Mi 13-18.30 uhr, Fr, Sa und So 13-20 Uhr, www. aratsouterrain.de, www.guenterlimburg.de







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