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25. 05. 2012
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Neue Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum


16.09.2010 11:40 von:

Schlagwörter: Köln,NS-Dokumentationszentrum,Ausstellung,2010,Dritte Welt,Eröffnung,Vergessen

Im NS-Dokumentationszentrum in der Kölner Innenstadt gibt es ab dem heutigen Donnerstag eine neue Ausstellung zu sehen. Bis zum 16. Januar kommenden Jahres sind im EL-DE-Haus am Appellhofplatz die Schauplätze von Grausamkeiten aus insgesamt 17 Ländern zu sehen. Die Ausstellung beginnt mit Fotografien aus dem Jahr 1935 aus dem damaligen Abessinien und geht bis zur bedingungslosen Kapitulation der Japaner im Herbst 1945. Bis 1945 leisteten Millionen Soldaten aus der Dritten Welt einen wichtigen Beitrag, um die Menschheit von Naziterror, italienischem Faschismus und japanischem Großmachtwahn zu befreien. Zu den Minderheiten gehörten Inder und Chinesen, Afrikaner und Lateinamerikaner, Filipinos und Pazifikinsulaner. Männer und Frauen von allen Kontinenten leisteten freiwillig und aus antifaschistischem Bewusstsein oder zwangsrekrutiert für die Krieg führenden Kolonialmächte Militär- und Arbeitsdienste. Weite Teile der Dritten Welt – von der lateinamerikanischen Küste über Nordafrika und den Nahen Osten bis nach Indien, Südostasien und Ozeanien – dienten als Schlachtfelder und blieben nach Kriegsende verwüstet zurück.

So forderte der Krieg allein in China mehr Opfer als in Deutschland, Italien und Japan zusammen. Bei der Befreiung der philippinischen Hauptstadt Manila von den japanischen Besatzern kamen mit rund 100.000 Opfern mehr Zivilisten ums Leben als durch die Bombardements der Alliierten auf Berlin, Dresden und Köln. Die Kolonien der Krieg führenden Mächte mussten zudem Nahrungsmittel für die kämpfenden Truppen und Rohstoffe für die Rüstungsproduktion liefern. Oft hungerte deshalb die einheimische Bevölkerung. Auch das Nazi-Reich bezog wichtige Rohstoffe aus den französischen Kolonien in Nord- und Zentralafrika oder aus Indochina. Das wurde in einem Abkommen zwischen der Nazi-Diktatur und der Kollaborationsregierung in Vichy.

Die Ausstellung will dabei ein Schlaglicht auf einen Aspekt des Zweiten Weltkriegs legen, der in der westlichen Geschichtsschreibung nicht wirklich präsent ist. Unterstützt wurden die Kuratoren des NS-Dokumentationszentrums durch den Verein Recherche International e.V.. Gezeigt werden Fotos und Texte sowie Video- und Audio-Sequenzen. Vorträge und Führungen sollen die Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse leicht verständlich übermittelt werden. Auch ein HipHop-Projekt ist mit von der Partie. Die Ausstellungsstücke stammen aus mehr als 30 verschiedenen Ländern. Kooperationspartner beim Begleitprogramm sind das Rheinische JournalistInnenbüro und der Verein FilmInitiativ Köln e.V.. Dabei wird das Thema in Filmen, Lesungen, Vorträgen, Führungen und einem spektakulären Hiphop-Tanztheater entsprechend den geographischen und inhaltlichen Kapiteln der Ausstellung dargestellt. Auch in der bevorstehenden Langen Nacht der Kölner Museen wird die Ausstellung im EL-DE-Haus erreichbar sein, hieß es dazu abschließend.

Weitere Informationen zur Arbeit des NS-Dokumentationszentrums finden Sie im Internet unter: www.museenkoeln.de.







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