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25. 05. 2012
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Neuer Sprit für Otto-Motoren


17.12.2009 15:12 von:

Schlagwörter: Köln,Otto,Viertakt-Motor,Otto-Motor,Deutz,Motor,Stadtmuseum,Lange,Verbrennungsmo

(js) Köln lehrte die Welt, Gas zu geben: Denn die ersten Verbrennungsmotoren wurden mit Gas betrieben. Und mit dem "Motor Nr. 1" von Nicolaus August Otto wurde ab 1867 die "Maschinisierung" auch für kleine Industriebetriebe möglich. Zwar hatte Otto diese Technik nicht erfunden, das war sieben Jahre zuvor dem Franzosen Etienne Lenoir gelungen. Doch sein Modell wurde als erstes in Serie gebaut. Und 1876 entwickelte er den ersten Viertaktmotor, Prototyp aller nachfolgenden Verbrennungsmotoren. Doch die Kölner scheinen dieses Kapitel ihrer Stadtgeschichte – die unter anderem auch den Bau des legendären ersten Bugatti bei der Deutz AG verzeichnet – vergessen zu haben. Der vor wenigen Tagen gegründete Förderverein "Freunde der Motorensammlung Deutz e.V." will dies ändern.

Immerhin kann er sich auf einen spektakulären "Grundstock" stützen. Im "Technikum" der Motorenfabrik Deutz AG – einem Nachfolgeunternehmen der von Otto und dem Ingenieur und seinem Kompagnon und Zuckerfabrikanten Eugen Lange gegründeten ersten Motorenfabrik der Welt – befindet sich eine der weltweit größten Motorensammlungen, vorwiegend mit Industriemaschinen. 150 Beispiele zeigen die Entwicklung der Technik, viele von ihnen funktionieren noch, darunter auch der "Motor 1". Da sind Gasmotoren, die ersten Motoren für Benzin und Diesel, Saugmotoren, kreuzkopflose Dieselmotoren und Auflademotoren. Technikfreaks wird das Wasser im Munde zusammen laufen. Doch ist diese Sammlung nur nach Anmeldung und in Gruppen zu besichtigen. Hinzu kommt die Randlage in Porz. Dass es die Sammlung noch gibt, ist nicht selbstverständlich. 15 Jahre lang war sie im Rheinauhafen untergebracht, die feuchten Räume taten ihr allerdings nicht gut. Erst seit 2007 fand sie ihre jetzige Heimstatt.

Der Förderverein will nun dafür sorgen, dass die Sammlung bekannter wird. Langfristig strebt er regelmäßige Öffnungszeiten an. Fünf- bis zehntausend Euro im Jahr seien dafür zunächst nötig, hat Vereinsgründer und 1. Vorsitzender Helmut Müller ausgerechnet. Der Ingenieur war 46 Jahre lang bei der Deutz AG beschäftigt, heute ist er dort Leiter der Unternehmensgeschichte. Außerdem brauche man das Geld zur Pflege der Motoren. Der Mindestmitgliedsbeitrag von 25 Euro wird dafür wohl nicht ausreichen, also werden Fördermitglieder und prominente Unterstützer – etwa die leidenschaftlichen Motorradfahrer Tommy Engels und Wolfgang Niedecken – gesucht. Einen hat er schon gefunden: Das Kölnische Stadtmuseum. Hier stehen nicht nur ein Modell von Ottos erster "Gaskraftmaschine" und ein Einzylinder-Viertakt-Gasmotor aus dem Jahr 1897, hier will man künftig auch gezielt per Film für einen Besuch des "Technikums" werben. Michael Euler-Schmidt, kommissarischer Leiter des Museums und 2. Vereinsvorsitzender erklärt: "Wir wollen uns in Zukunft verstärkt mit anderen Museen vernetzen, die unsere Sammlung vertiefen." Und als "Gegengabe für die Werbung hat er ein "Zugriffsrecht" auf bis zu sieben Motoren aus der Deutz-Sammlung, wenn sie bei der Neugestaltung des Museums gebraucht werden.

Deutz-Technikum, Ottostr. 1, 51149 Köln Porz-Eil, Tel. 02 21 / 822-0, Internet: www.deutz.com.







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