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25. 05. 2012
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NS-Dokumentationszentrum: Ausstellung zu Bertha Sander ergänzt


20.08.2010 20:11 von:

Schlagwörter: Köln,NS-Dokumentationszentrum,Ausstellung,Architekten,Bertha Sander,Exponate,Ull

Im NS-Dokumentationszentrum wird in einer Ausstellung derzeit die Ausstellung "Köln und seine jüdischen Architekten”. Kurz vor den planmäßigen Ende der Werkschau haben die Kuratoren einige neue Exponate ergänzt. Wie die Stadt Köln am heutigen Freitag bekannt gab, hat die Berliner Innenarchitektin Ulla Rogalski den Kuratoren Fotografien, Briefe und andere Originale von Bertha Sander zur Verfügung gestellt. Sander ist die einzige Frau, deren Wirken in dieser Ausstellung gezeigt wird. Ihre Karriere als Innenarchitektin wurde durch das NS-Regime beendet. Im englischen Exil konnte sie an ihre Erfolge nicht mehr anknüpfen. Sander starb vereinsamt in einem Pflegeheim. Das NS-Dokumentationszentrum besaß bislang nur einen Teilnachlass von Bertha Sander, aus dem einige Objekte in der Ausstellung gezeigt werden. Noch bis zum 5. September 2010 steht die Ausstellung, die Lebensläufe und Werke von Bertha Sander und weiteren Kölner jüdischen Architekten zeigt, interessierten Besucherinnen und Besuchern offen.

Im Frühjahr dieses Jahres hatte Rogalski ihre "Bertha-Kiste" noch einmal durchgesehen. Das eigentliche Ziel lag eher darin, etwas aus dem Nachlass der jüdischen Innenarchitektin zu veröffentlichen oder zu publizieren. Schon zu Beginn gab es Kontakt zur Kölner Kuratorin Dr. Becker-Jákli vom NS-Dokumentationszentrum, die Rogalski zur Ausstellungseröffnung eingeladen hatte. Die Verbindung zu Sander besteht seit mehr als 20 Jahren. Bereits Ende der 80er Jahre hatte die Berlinerin erstmals von den Arbeiten Sanders gehört, doch ein persönlicher Kontakt der in London lebenden Innenarchitektin kam nicht zustande. Nach ihrem Tod mit 89 Jahren ging die Berlin dem Werk Sanders nach und fand Interessantes heraus, so unter anderem die Freundschaft Sanders zum früh verstorbenen Wiener Gestalters Dagobert Peche. Zusammen mit den Exponaten ihrer kurzen Schaffensperioden, unterbrochen durch eine Tuberkulose-Erkrankung im Jahr 1930, lässt sich so die Geschichte der jüdisch-stämmigen Innenarchitektin nachzeichnen.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde es auch für Bertha Sander eng. Obwohl niemals religiös eingestellt, wurde die Ausübung ihres Berufes nach 1934 auf jüdische Kunden beschränkt. Ein Jahr später verschwanden die Reisepässe von Bertha und ihrer Mutter Clara. Als sie neue Pässe beantragte, wurde ihr mit aller Deutlichkeit nahegelegt, das Land zu verlassen. Im Jahr der Olympischen Spiele folgte dann die Emigration nach England. Das dortige Arbeitsverbot für Ausländer und die spätere Pflege der Mutter sind das Ende von Berthas kurzer, viel versprechender Karriere. Nach dem Tod der unglücklichen und doch hochbegabten Frau sicherte sich Rogalski eigenen Angaben zufolge die Erbstücke, die den Erben nicht wichtig waren, darunter Erinnerungsfotos, Tagebücher von Verwandten, und Zeitungen mit Textbeiträgen. Nach einem ersten Treffen Rogalskis mit den Kölner Kuratoren wurde dann verabredet, die Kölner Ausstellung um diese Fundstücke anzureichern.

So sind bis zum Ende der Ausstellung zusätzlich: ein kleines Aquarell - wohl ein Selbstportrait, ein Portraitfoto von 1920 - Bertha in einer Bluse aus Wiener Werkstätten-Stoff, ein Foto eines Aquarells einer Frauenfigur, die Londoner Visitenkarte von Bertha Sander und eine Ausgabe der Schweizer Zeitschrift "Samenkörner" von 1925 mit ihrem Textbeitrag über Beleuchtung und Beleuchtungskörper zu sehen. Nach der Inventarisierung soll der Nachlass Sanders, der sich im Besitz der Berliner Innenarchitektin befindet, komplett nach Köln gehen. Nur eine schwarze Hutschachtel mit einigen sentimentalen Erinnerungsstücken will die Berliner Leihgeberin behalten, erklärte sie in einer Stellungnahme abschließend.


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