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25. 05. 2012
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Picasso und die Fotografen - eine heiße Beziehungskiste


22.09.2011 15:59 von:

Schlagwörter: Köln,Museum Ludwig,Picasso,Fotograf,Penn,Avedon,Covteau,Ichundichundich,Marketin

(ehu) Fotoscheu war Pablo Picasso nicht. Im Gegenteil, er lud die Fotografen ein - und sie zeigten dann der Welt das Bild, das der Künstler von sich verbreiten wollte. Ob als liebevoller Familienvater, besessener Künstler, als Antifaschist, als Frauenschwarm, Denker oder braver Bürger im Anzug (diese Episode dauerte nur kurz): Er betrieb, seiner Zeit voraus, eine geschickte Marketingstrategie. Das und dazu natürlich sein Kunstgenie machten ihn zum populärsten modernen Künstler seiner Zeit. Wie sich Picasso (1881-1973) in Szene setzte und setzen ließ, ist ab Samstag im Museum Ludwig zu sehen.

250 Foto stellte Kuratorin Kerstin Stremmel für die Ausstellung "Ichundichundich" zusammen, jedes fünfte davon aus den hauseigenen Beständen. So das Porträt von Irving Penn, das sich auf Auge und Nase des Künstlers konzentriert. Ebenso eine Ikone der Fotokunst und prägend für Picassos Image wie das Foto von Robert Capa, das Picasso mit Sohn Claude und Lebensgefährtin Francoise Gilot unter einem Sonnenschirm am Strand zeigt.

Mit den Jahren entstand zu vielen Fotografen ein großes Vertrauenverhältnis

Andere Fotografen waren Man Ray, Cecil Beaton, Richard Avedon, Jean Cocteau oder Henri Cartier-Bresson. 34 dieser Fotokünstler vereint die Ausstellung, die später nach Spanien geht. Zur "Einstimmung" werden andere Porträtaufnahmen von ihnen gezeigt, damit der Besucher ihre Formensprache, ihr Kunstverständnis erkennen kann.

Viele der Fotografen begleiteten Picasso über Jahrzehnten. So entstand ein Vertrauensverhältnis, dass auch intimere Einblicke etwa in Picassos Arbeit erlaubte. Doch wohlgemerkt: es sind keine Paparazzi-Aufnahmen, sondern alles geschah mit Picassos Einwilligung und meist auch mit seiner Steuerung. So lässt er sich mit einem Indianerschmuck abbilden, den ihm Gary Cooper geschenkt hat. Er verkleidet sich als Popeye oder mimt einen akademischen Maler, der an einem klassischen Akt arbeitet. Sein Freund Jean Marais legt sich in ironischer Pose als Modell davor.

Die inszenierten Fotos machten Picasso zu einem frühen Popstar der Kunst

So sehr Picasso auch seine Inszenierung kontrollierte, um so großzügiger war er im Anschluss. So ließ er sich die fertigen Fotos zwar zeigen, sammelte sie wohl. Doch hat er wohl niemals, so die Kuratorin, Aufnahmen "zensiert" oder aus dem Verkehr gezogen. Einmal geklickt, war es Sache der fotografen, was sie damit machten. Viele Fotos wurden in Illustrierten veröffentlicht und trugen so zum positiven Image des Künstlers mit den großen schwarzen Augen bei: der Künstler als Popstar und der zeit weit voraus.

"Ichundichundich - Picasso im Fotoporträt" - bis 15.1.2012, Museum Ludwig Di- So 10-18 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat 10-22 Uhr, Eintritt 10/7 Euro, Katalog 34,90 Euro







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