25. 05. 2012
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Porzellan aus Meißen im Museum für Angewandte Kunst
Freunde und Anhänger edler Porzellan-Pretitiosen werden ab dem morgigen Samstag im Museum für Angewandte Kunst auf ihre Kosten kommen. Am heutigen Freitag stellten der kommissarische Direktor des Museums für Angewandte Kunst, Gerhard Friedrich, und die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Patricia Brattig, die Details und Hintergründe der Ausstellung vor. Zu sehen sind insgesamt über 300 Exponate, die allesamt aus der Barock- und frühen Rokoko-Phase der Porzellan-Herstellung in Europa stammen. Anlass für die Ausstellung ist der 300. Geburtstag der berühmten Porzellanmanufaktur in Meißen. Am 23. Januar 1710 erließ der damalige Herrscher von Sachsen, Herzog August I. (genannt der "Starke") das Gründungsedikt für die bis heute bedeutendste Porzellan-Manufaktur der Welt.
Die Ausstellung hat dabei drei thematische Schwerpunkte, wie Kuratorin Brattig ausführte. Neben Figurendarstellungen und der so genannten "Galanteriewaaren", unter anderem Riechflacons, Degen- oder Dolchgriffen, Büchsen, Etuis oder auch Schmuckstücken, gehören Tafelgeschirre und Gedecke zum festen Ausstellungsprogramm. Dass die ausgestellten Stücke dabei durchaus auch das Interesse von Kunsthistorikern wecken dürfte, wollte Museumsdirektor Friedrich nicht verschweigen. "Die meisten Sachen sind noch nicht erforscht", unterstrich Friedrich die kunsthistorische Bedeutung der neuen Ausstellung. So finden sich auf den Tellern und Tassen filigrane Gemälde, die selbst eigene Kunstwerke sind. "Der Betrachter taucht ein in die Bilder und Kultur einer Epoche", so Friedrich weiter.
Nach Darstellung der Ausstellungskuratorin waren die Beweggründe Augusts des Starken zur Gründung der Manufaktur eher weltliche. Als standesbewusster und bisweilen ungeduldiger Herrscher seines Herzogtums ging es ihm vor allem darum, sich mit dem edlen Material standesgemäß auszurüsten. Außerdem erhoffte sich der sächsische Kurfürst zusätzliche Einnahmen. Dieses Ansinnen blieb jedoch bis zum heutigen Tag ein Zuschussbetrieb, wie Brattig ausführte. Die Herstellung von Porzellan, das aus verschiedenen Erden gebrannt wird, war zu Beginn des 18.jahrhunderts in Mitteleuropa weitgehend unbekannt. Erst in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts gelang es Johann Gottfried Böttcher, den wertvollen Grundstoff herzustellen. Hinzu kommt, dass in Sachsen die richtigen Rohstoffe vor Ort zu finden waren. So trat die sächsische Porzellanmanufaktur ab 1710 ihres Siegeszug um die Welt an. Für Sammler der begehrten Waren macht ein Investment in Produkte aus Meißen durchaus Sinn. Im Gegensatz zu Produkten verschiedener anderer, zumeist kleinerer, Manufakturen steigen die Kostbarkeiten aus der sächsischen Porzellanschmiede bis heute im Wert. Die Namen der großzügigen Leihgeber hielten die Verantwortlichen auf Wunsch der Inhaber allerdings zurück.
Die Ausstellung "Meißen – Barockes Porzellan in Köln" startet am morgigen Samstag um 17 Uhr in Anwesenheit des Kölner Oberbürgermeisters Jürgen Roters. Die Ausstellung wird bis zum 25. April im zweiten Stock des Museums an der Rechtsschule zu sehen sein. Eintrittspreise und Öffnungszeiten finden Sie auf der Internetseite des Museums unter: www.museenkoeln.de.

























