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25. 05. 2012
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Prall wie das volle Leben


14.09.2011 15:42 von:

Schlagwörter: Köln,BBK,Weber,Cunha,Chaos,Bibel,Stapelhaus,Alltag,Drumo,2011,September

(ehu) Aus dem Chaos ist die Welt entstanden. So lässt sich die Bibel lesen, so sahen es auch die alten Griechen. Wie aus dem Chaos des menschlichen Alltags und seiner Geschichte die Geschichten des Alltags entstehen – dieses Thema verbindet die Kölnerin Hildegard Weber und den Portugiesen Pedro Virgilio Cunha. Ihre Gemeinschaftsausstellung "Drumo" ist jetzt im Stapelhaus zu sehen.

Ausgangspunkt der Ausstellung war die Einladung des Berufsverbandes Kölner Künstler (BBK) an die renommierte Kölnerin, neben eigenen Arbeiten auch die eines Künstlers ihrer Wahl zu zeigen. Sie entschied sich für den Portugiesen, den sie bei einer – ebenfalls gemeinsamen – Ausstellung kennen gelernt hatte. Der jetzige Titel "Drumo" soll den Ausstellungsort als auch die Art der Malerei, Fotografie und Video-Kunst, wie sie im Stapelhaus zu sehen ist, aufgreifen. Nun ja, man kennt solche alles- und nichtssagenden Wortschöpfungen von neuen Firmengründungen.

An der Wand eine Fülle von Fotos: Motive voller Gegensätze laden zu Assoziationen ein

Fotos und Videos sind die Grundlage von Webers Arbeit und Kunstverständnis. Im BBK überfällt den Betrachter eine Fülle dicht an dicht gehängter Farbfotos voller Gegensätze: Ansichten von Köln, feiernde Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Landschaftsaufnahmen, Kunstwerke, Heiligtümer, Tiere, politische Demonstrationen, Details aus der Natur, dazwischen Skurriles wie eine Stretchlimousine. Ein Video setzt dazu poetische Akzente.

Das lädt zu freien Assoziationen über mögliche Zusammenhänge ein – doch Vorsicht! So leicht ist es nicht, sich daraus ein eigenes stringentes Weltbild zu formen. Die Fotoserie – schwarzweiß, aber als Negativ – eines Läufers als Abschluss dieser Installation zeigt: es ist ein langer Weg. Wesentlich friedlicher ist eine andere Arbeit Webers. Hier ergänzt sie ein Video mit Wolken und Wellen durch Vogelgezwitscher und Windgeheul.

Der Portugiese Pedro Virgilio Cunha malt auf transparenten Plastikbahnen

Ähnlich bringt auch Cunha die unterschiedlichsten Aspekte menschlichen Lebens auf seinen Bildern zusammen. Die sind auf transparente Plastikbahnen gemalt, hängen wie ein begehbarer Wald von der Decke herab und drehen sich leicht im Wind. Da finden sich Worte wie Prehistoria oder Realidade, wild überlagert von mathematischen Formeln, expressiven Strichmännchen, anatomischen Figuren, Zeichnungen von Fenstern, Tieren oder Autos.

Voll ist es in der Ausstellungshalle im Stapelhaus. So voll wie das pralle Leben. Und der Besucher muss sich seinen Weg hindurch bahnen. Wie durchs Leben.

"Hildegard Weber / Pedro Virgilio Cunha: Drumo – Pintura, Photographie, Video, Sound" – bis 30.9., BBK Köln, Stapelhaus, Frankenwerft 35, 50667 Köln-Altstadt, Mo-Fr 10-13 und 14-17 Uhr, Di bis 19 Uhr, Tel. 0221 / 258 21 13, www.bbk-koeln.de, Eintritt frei

   





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