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25. 05. 2012
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Reuige Sünderin ist der Liebling der Museumsbesucher


29.11.2011 17:34 von:

Schlagwörter: Köln,Wallraf-Richartz-Museum,Ferle,Spitzweg,Lieblingsbild,Salonbild,Blühm,Schuld

(ehu) Eine heimelige Schusterwerkstatt: Die Tür öffnet sich, die Tochter kehrt reumütig zu den Eltern zurück, die erfreut aufblicken. „Das Bild berührt mich“, schrieb eine Besucherin des Wallraf-Richartz-Museums und erklärte es zu ihrem Lieblingsbild. 358 anderen muss es ähnlich ergangen sein: „Vergib uns unsere Schuld“ (manche mögen es Salonkitsch nennen), von Walther Ferle 1898 gemalt, gewann die Abstimmung und wird jetzt ein Jahr lang in der Dauerstellung zu sehen sein.

„Panoptikum – die geheimen Schätze des Wallraf“ heißt die zweite Ausstellung, mit der das Museum in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiert. Dafür hat man das Depot durchstöbert und gut jedes dritte Bild ausgesucht. Fast 500 Gemälde hingen dann in dichter Petersburger Hängung im Kellergeschoss. Bunt nach Zufall gemischt, Hauptsache, es passten möglichst viele Bilder auf eine Wand.

Von 20.000 Besuchern machten fast 6000 bei der Abstimmung zum Lieblingsbild mit

Aus diesem Mix konnten die Besucher dann ihr Lieblingsbild wählen. 5.381 machten ihr Kreuz auf der Abstimmungskarte. Ferle war der Überraschungssieger. Museumsdirektor Andreas Blühm hatte zwar mit einem Großformat gerechnet, aber eher auf einen dramatischen Löwenkampf von Simon Meister gesetzt, 60 Jahre vor Ferles Bild entstanden. Immerhin: Das Siegesbild, ausgezeichnet mit einer Plakette, ist mit etwa zwei mal drei Metern das größte der Ausstellung.

Auf dem zweiten Platz landete mit 268 Stimmen eine Winterlandschaft von Christian Rohlfs, etwa in der gleichen Zeit entstanden, stilistisch aber ganz anders, impressionistisch statt Akademismus. Erst dann folgte mit Carl Spitzwegs „Gähnender Mönche“ ein bekannterer Maler (221 Stimmen).

Es gab keinen üeberragenden Favoriten – der breite Publikumsgeschmack überrascht den Museumschef

Blühm fasziniert die Breite des Publikumsgeschmacks: 359 Bilder wurden zum jeweiligen Favoriten erklärt, wenn auch viele nur mit einer einzigen Stimme. „Vielleicht müssen wir uns noch einmal etwas gründlicher in unserem Depot umsehen und in unserer Dauerausstellung öfters rotieren“, deutet er einen „Lernprozess“ an. Auch die Zuschauer wünschten sich mehr Bilder aus den Depots, den meisten gefiel auch die ungewohnte dichte Hängung. Lediglich an der Beleuchtung hatten viele etwas auszusetzen. Mit bislang fast 20.000 Besuchern ist Blühm äußerst zufrieden.

Wegen des großen Erfolges wird die Abstimmung bis zum Ende der Ausstellung am 21. Januar des nächsten Jahres fortgesetzt. Unter denen, die dann den neuen Spitzenreiter gewählt haben, wird dann allerdings kein Preis ausgelost. Der war diesmal eine jahreskarte für alle städtischen Museen Kölns. Der Preis fiel an eine Kölnerin – nicht ganz verwunderlich, denn etwa die Hälfte der Besucher kam aus Köln. Auch das freut Blühm: „Die Menschen der eigenen Stadt zu gewinnen, ist das Schwierigste für ein Museum.“

„Panoptikum – Die geheimen Schätze des Wallraf“ – bis 21.1.2012, Wallraf-Richartz-Museum, Obenmarspforten, Di, Mi, Fr 10-18 Uhr, Do 10-22 Uhr (an Feiertagen bis 18 Uhr), Sa und So 11 bis 18 Uhr. Eintritt 9,50/7,50 Euro.







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