25. 05. 2012
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Spiel mit Assoziationen und Erinnerungen
(js) Von nix kommt nix – egal was ein Künstler schafft, er kann es nicht ohne Rückgriff auf das eigene Erfahren und Erleben. Und ebenso verknüpft der Betrachter ein Kunstobjekt mit der eigenen Biografie. Das gilt nicht nur für "reale" Abbildungen", sondern auch für Abstrahierungen bis hin zu bloßen geometrischen Formen. So – knapp zusammengefasst – das Kunstverständnis der US-Amerikanerin Mary Heilmann, der das Museum Ludwig jetzt kleine Kammerausstellung widmet.
Am deutlichsten wird ihr "Konzept" der Assoziationen, wenn sie Malerei bzw. Grafik und Fotos gegenüber stellt. Da zeigen bunte Quadrate und die Dächer von Straßenkreuzern Parallelen. Gegensätzlich dagegen und doch auf hintergründige Weise miteinander verbunden sind ein kristallines Liniengeflecht und die ornamentalen Drachen einer Neonreklame für eine Tätowierungsstudio. Eine Herausforderung ist "Teapot": Ein Suchbild aus eckigen Stücken, bei dem sich erst nach genauem Hinsehen aus dem überwiegenden Schwarz eine Teekanne auf einem Stövchen herausschälen, gelbe und lila Flächen lenken zunächst ab. An Strandbilder mit Brandungswellen und Horizont erinnern Aquatinta-Radierungen, obwohl ihr Format – zwei ineinander geschobene Quadrate – die herkömmlichen Sehgewohnheiten irritiert. An Strandurlaub lässt auch das Bild "Islands" denken, das nur aus einer großen weißen Fläche besteht, in deren zwei gegenüberliegende Ecken ein rotes Quadrat bzw. ein gelbes Rechteck hängen, auf Abstand gehalten durch eine blaue Linie.
Kräftige Farben, klare Formen und ein feiner Humor sind Mary Heilmanns Markenzeichen. Durchaus eine Entdeckung, denn die 69-Jährige gilt zwar als eine der einflussreichsten abstrakten Malerinnen ihrer Generation, in Deutschland ist dies jedoch ihre erste Einzelausstellung.
"Mary Heilmann. Weather Report – Zeichnungen und Drucke" – bis 11.4.,Museum Ludwig, Di-So 10-18 Uhr, Eintritt: 9/6 Euro. Alle KölnerInnen haben jeweils am ersten Donnerstag im Monat von 10 bis 22 Uhr freien Eintritt in die Ständige Sammlung. Im Sonderausstellungsbereich fällt weiterhin der reguläre Eintrittspreis an.

























