25. 05. 2012
Seite drucken
Spurensicherung, Mythen und Weltuntergang
(js) Sie sind nur etwas größer als DIN A 3, die Landschaftsbilder von Jochen G. Schimmelpenninck. Und doch von einer unendlichen Tiefe, die den Betrachter buchstäblich ins Bild zieht. Menschenleer, stecken die Landschaften voller Geheimnisse. Ein Hauch von Weltuntergang und Verlassenheit schwebt über ihnen. Freunde der Malerei kommen hier auf ihre Kosten. Schimmelpenninck beherrscht Farben und Pinsel. Leicht wie bei einer japanischen Tuschzeichnung zaubert er einen fernen, fast verschwimmenden Gebirgszug auf die Leinwand, um dann den Vordergrund mit peniblen Details zu malen: wilde Steinformationen etwa, die auch Überreste einer im Schnee untergegangenen Zivilisation sein könnten.
Philemon und Baucis wurden, so erzählt es eine alte griechische Sage, nach langer ehelicher Liebe nach ihrem Tod von den Göttern in zwei Bäume verwandelt. Auch in anderen Kulturen gehen Bäume und Menschen mythische Verbindungen ein. Wolf "WolfTek" Tekook greift dies in seinen großformatigen farbigen Fotoarbeiten auf. Er kombiniert Aktaufnahmen mit den Bildern von Bäumen. Da werden Arme zu Ästen, Körper zu Stämmen, Mensch und Natur werden eins, bisweilen muss man genau hinsehen, um zu erkennen, was ist was. Dabei hilft ihm die Bearbeitung am Computer, durch die er die Struktur der Rinde auf die Haut übertragen kann. Das ist handwerklich perfekt, mit seinem esoterischen Touch aber bisweilen von einer glatten, oberflächlichen Symbolik.
Die Sicherung von Spuren und ihre Zusammenführung zu neuen Aussagen ist ein roter Faden im Werk von Ruth Knecht. In ihren Auflage-Collagen unter dem Titel "Knochenarbeit" fügt sie Fotoschnipsel von Blumen und Schmetterlingen, Gartenzwergen, Geschenkpapier und gemusterten Stoffen zusammen. Bilder von verwitterten Knochen, oft kaum zu erkennen, verbinden diese Arbeiten. Für Knecht stehen diese Bilder als Symbol für den Weg von der äußeren Hülle zur inneren Welt, für die Spannung zwischen Körper und Geist. Dem muss man nicht folgen, man kann sich auch ganz einfach am gekonnten Farbenspiel erfreuen.
In anderen, älteren Arbeiten spielt die Künstlerin mit Stoffen, die sie zu abstrakten Bildern zusammensetzt. Sie kann man in der länger laufenden Ausstellungen "Weitblick" sehen, in der sich die 100 artclub-Mitglieder mit neuen Arbeiten vorstellen.
"Schimmelpenninck, WolfTek, Knecht" – bis 31.8., artclub, Melchiorstr. 14, 50670 Köln-Agnesviertel, Mo-So 15-20 Uhr

























