25. 05. 2012
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Tarzan erobert den Schlosspark Stammheim
(ehu) Eine Riesenbiene schwebt zwischen den Bäumen des Schlossparks Stammheim. Freigelassen hat sie die Künstlerin Mechthild Rathmann. Auf einer Wiese hat ein Betonhund zahlreiche "Geschäftchen" hinterlassen. Verantwortlich dafür ist Yvonne van Hülsen. Und in einem Baum verborgen hängt ein rätselhaftes Flügeltier aus Ton, gebrannt von Naomi Akimoto. Drei von 34 neuen Kunstwerken, die – zusammen mit 30 alten Arbeiten – seit Pfingstmontag in der Anlage zu sehen sind und die alle auf ihre Art mit der sie umgebenden Natur spielen.
Zum zehnten Mal findet dieser Skulpturenpark in diesem Jahr statt. Organisiert wird er seit 2002 von der ehrenamtlich arbeitenden Initiative "Kultur Raum Rechtsrheinisch" (KRR). Zum runden Geburtstag wurden alle Künstler unter dem Motto "Best of 10" eingeladen, die schon einmal an der "Wechselausstellung" teilgenommen haben.
Vor einer Woche starb Gerda Nettesheim. Sie war von Anfang an dabei
Ausnahmsweise gab es in diesem Jahr auch einmal keine Preise, sondern die Sponsorengelder wurde als kleine Aufwandsentschädigung an alle Teilnehmer verteilt. Überschattet wurde die kleine Jubiläumsfeier von der Nachricht, dass eine Woche zuvor Gerda Nettesheim gestorben war. Die Künstlerin, Musikerin und Philosophin war mit ihren Klangobjekten von Anfang an dabei.
Eine steinerne "Kommunikationsbank", schnatternde Gänseköpfe zieren ihre Rückenlehne, lädt zum Verweilen ein – ein neue maßgeschneiderte Arbeit von Lutz Kittler. Neu ist auch der knallrote Tarzan von Steff Adams, der sich an einem Seil in einen Baum schwingt. Ebenso die fünf filigranen Figuren aus Stahlgeflecht (Herterich, Foerst & Kaiser), die den hoch in den Himmel ragenden Baumstumpf einer Blutbuche erklommen haben.
Künstler umarmen Bäume und legen sie an die Leine
In den bunten Gitterkonstruktionen von Ursula Buchegger spielt das Licht, das durch die dichten Blätter nach unten fällt. Zwei Hände von Manuela Krekeler-Marx umarmen einen Baum, Matthias Lehmann hat einen der alten Bäume gleich an die Kette gelegt, damit er nicht weglaufen kann. Während die einen Kunstwerke sofort ins Auge fallen, muss man die anderen suchen. Ein Vergnügen, da sie alle von hoher Qualität und Einfallsreichtum sind.
Mit seinem Engagement hat der den Schlosspark im rechtsrheinischen Norden von Köln aus seinem Dornröschenschlaf gerissen. Aus der verwilderten, fast 200 Jahre alten Anlage ist – nicht zuletzt dank der Kunstobjekte – wieder ein kleines Schmuckstück geworden. Seit dem vorigen Jahr wird sie im Rahmen der Regionale 2010 wieder in den alten Zustand gebracht, Sichtachsen werden wieder hergestellt, Unterholz wird gelichtet, so dass wieder freie Blicke möglich sind. Ein ideales Ausflugsziel.

























