25. 05. 2012
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Unbekannte Rubens-Zeichnung im Wallraf-Richartz-Museum
(ehu) Skeptisch, aber durchaus selbstbewusst blickt Erwin Speckter den Betrachter an. Der deutsche Maler hat sich während seines Rom-Aufenthalts 1831 im Stil seiner Renaissance-Vorbilder selber porträtiert. Das eindrucksvolle Selbstbildnis konnte das Wallraf-Richartz-Museum im vorigen Jahr erwerben. Mit rund 30 anderen Neuerwerbungen für die Graphische Sammlung aus den letzten drei Jahren wird es jetzt erstmals ausgestellt: Auftakt zu den "Feierlichkeiten" im Jubiläumsjahr.
Neuerwerbungen aus eigenen Mitteln sind in dieser kleinen Kammerausstellungen allerdings in der Minderheit. Das meiste dieser neuen Schätze sind Dauerleihgaben oder Schenkungen. Ganz in der Tradition des Museums, das vor genau 150 Jahren aus der testamentarisch vererbten Sammlung des Kölner Wissenschaftlers und Priesters hervorging. Ohne derlei Stifter stünden Kölns Museen heute recht arm da – beträgt der gemeinsame Ankaufsetat für alle städtischen Häuser doch nur eine Million Euro im Jahr.
Einblick in die Künstlerwerkstatt
Angekauft werden konnte auch eine Studie Max Liebermanns für sein Bild "Die Rasenbleiche", das sich im Besitz des Museums befindet. Die Bleistiftzeichnung (1882) offenbart, dass der Maler ursprünglich ein Mädchen in den Vordergrund gesetzt hat – es später aber übermalte. Einblick in die Künstlerwerkstatt geben auch Skizzen, die Moritz von Schwind um 1848 für "Die Heimkehr des Grafen von Gleichen" anfertigte, ein Gemälde, das heute in München hängt. Die drei Federzeichnungen sind Dauerleihgaben des Vereins der freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig e.V., der sie 2009 im Kunsthandel erworben hat. Von einem Stifter, der seinen Namen nicht in der Öffentlichkeit sehen will, stammt eine bis lang unbekannte Zeichnung Peter Paul Rubens‘ mit einer Opferszene.
Geschenkt wurde dem Museum ein Passions-Zyklus. Das besondere an den Kupferstichen von Aegidius Sadeler II. (1590): Die Kleider wurden herausgeschnitten und durch kostbare Stoffe wie Damast, Brokat und Seide ersetzt. Auch eine 60 Blätter umfassende Sammlung mit belgischer Grafik aus dem Ende des 19. Jahrhunderts gab es als Geschenk, sie vereint Künstler, die heute größtenteils vergessen sind.
"Der gewisse Blick – Aus der Graphischen Sammlung: Neuerwerbungen und Schenkungen" – bis 24.4., Wallraf-Richartz-Museum, Obermarspforte, Di-Fr 10-18 Uhr, Do 10-22 Uhr (außer an Feiertagen), Sa und So 11 bis 18 Uhr, Eintritt 9,50/7,50 Euro, Begleitheft 6 Euro

























