25. 05. 2012
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Unbekanntes aus der Werkstatt von Käthe Kollwitz
Holzschnitte machen im Gesamtwerk von Käthe Kollwitz nur einen kleinen Teil aus: 42 Arbeiten entstanden in den Jahren 1919 bis 1929. Wie sich die Künstlerin diese langwierige Technik erarbeitete, zeigt eine kleine, aber beeindruckende Ausstellung des Kölner Käthe-Kollwitz-Museums mit rund 50 Werken. Viele dieser Vorarbeiten – Zeichnungen, Lithographien, Radierungen – und vorbereitenden Zustandsdrucke sind nur äußerst selten zu sehen.
Es war eine Zeit, in der Kollwitz an ihrem Können zweifelte. Sie arbeitete sich am Tod ihres Sohnes Peter ab, der schon früh im Ersten Weltkrieg in Flandern gefallen war. kaum eine Druckgrafik entstand in dieser Zeit. Mit dem Radieren glaubte sie „fertig zu sein“. Lithographien schienen ihr, der begnadeten Zeichnerin, zu weich zu sein. Dann sah sie die expressionistischen Holzschnitte von Ernst Barlach mit ihren harten Schwarzweiß-Kontrasten und war „umgeschmissen“. „Damit scheint mir eine Tür aufgestoßen zu sein“, schrieb sie 1921 in ihr Tagebuch.
Das „Gedenkblatt für Karl Liebknecht“ gehört zu den bekanntesten Holzschnitten
Zu den wohl bekanntesten Arbeiten dieser Schaffensepoche zählen ihr „Gedenkblatt für Karl Liebknecht“, der vor fast genau vor 93 in Berlin ermordet wurde, und der siebenteilige Zyklus „Krieg“. Zu sehen ist in der Ausstellung, wie sie sich dem endgültigen Motiv nähert, wie sie ihre Botschaft immer kontrastreicher und klarer formuliert.
Da wird aus einer eher sanften Frauengruppe mit Kindern eine wehrhafte „Wagenburg“ von Körpern, die die Kinder schützt. Aus einer fast idyllischen Mutter-Kind-Szene wird eine vom Schicksal niedergestreckte, verhärmte Frau, die ihrem Kind keinen Schutz mehr bieten kann. Und natürlich faszinieren auch hier wieder die Auseinandersetzungen mit dem eigenen Gesicht.
„Wo ist die neue Form für den neuen Inhalt? – Der Zusammenhang von Technik und Motiv im Werk von Käthe Kollwitz“ – bis 25.3., Käthe-Kollwitz-Museum Köln, Neumarkt 18-24, 50667 Köln, Tel. 0221 / 227-28 99 / 26 02, Telefax: 0221 / 227-3762, Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa, So und feiertags 11-18 Uhr, Eintritt: 5/2,50 Euro. Weitere Informationen erhalten sie im Internet unter: www.kollwitz.de.



























