25. 05. 2012
Seite drucken
Verpackte Erinnerungen und zerschnittene Bücher
(ehu) Zur japanischen Alltagskultur gehört die Kunst des Verpackens. Auch in den Arbeiten von Setsuoko Fukushima spielt sie eine wichtige Rolle. Ihre „Spazierbilder“ sind Erinnerungen an große und kleine Städte, an Köln, Wien, Cuxhaven oder Meerbusch. Ein kleines Foto, das keine Sehenswürdigkeit, sondern ein kleines, eher banales Architekturdetails oder den Ausschnitt aus einer Landschaft zeigt, dazu noch ein Steinchen. Das alles in ein kleines, liebevoll gestaltetes Kästchen verpackt – fertig ist ein poetisches, eigenwilliges Souvenir von karger Ästhetik.
Auch Bücher lassen sich als verpackte Gedanken verstehen. Hier geht die gebürtige Tokioterin, die seit fast 20 Jahren in Deutschland lebt, umgekehrt vor. Sie schneidet aus den Seiten jeweils unterschiedliche Zeilen aus. Es entsteht ein filigranes Geflecht, das den Blick auf den darunter liegenden Text eröffnet – der so gleichsam entpackt wird.
Hinter diesen Arbeiten steht der Gedanke, dass Erlebtes nicht als Ganzes festzuhalten ist, sondern sich Erinnerung aus Teilen zusammensetzt. Das gilt auch für die streichholzschachtelgroßen übermalten Buchblöcke. Zu einem Fries aneinandergereiht, sammengesetzt, erzählen sie eine Geschichte, die sich der Betrachter erst erschließen muss. Viel skurrile Phantasie zeigt die Künstlerin auch in ihren Zeichnungen zum Motto „alternative Botanik“.
bis 7.1.2012, Galerie der Editionale, Siebachstr. 40, 50733 Köln-Nippes, Öffnungszeiten im Dezember: Mi, Do, Fr 17-19 Uhr, Sa 12-16 Uhr, am 11.12. auch 14-17 Uhr, Weihnachtswochenende geschlossen, und nach Vereinbarung: Tel. 0173 / 272 15 80

























