25. 05. 2012
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Virtueller Spaziergang durchs römische Köln aktualisiert
(js) Moderne Computerprogramme machen ihn möglich – den virtuellen Spaziergang durch das römische Köln. Seit einem guten halben Jahr begeistert er die Besucher des Römisch-Germanischen Museums. Nachdem bei den Bauarbeiten zur neuen Nord-Süd-Bahn zahlreiche, zum Teil sensationelle Funde gemacht wurden, wurde das Programm für "Colonia 3D" aktualisiert. Auch die Kritik der Besucher wurde eingearbeitet.
Auf einem großen Monitor fliegt über die Stadt, wie sie im zweiten nachchristlichen Jahrhundert wohl ausgesehen haben mag. Dann kann man "landen" und durch die Straßenschluchten spazierengehen. 18 "Hotspots" sind besonders sorgfältig ausgeführt, per "3D-Mouse" lassen sie sich ansteuern: Etwa das Prätorium, das Forum mit seinem kreisrunden Säulengang, das Capitol (dort steht heute die romanische Kirche St. Maria im Kapitol), die Mauer am Rheinhafen oder die Thermen. Ganz neu hinzugefügt: Das Tor zum Rheinhafen mit Kanalauslass und Kai.
Kleinste Details – zum Beispiel bemalte Säulenkapitelle – kann sich der Betrachter heranzoomen. Die dreidimensionale Rekonstruktion beruht auf archäologischen Funden. Dabei geben die Altertumsexperten freimütig zu, dass sich durch neue Funde altes Wissen als falsch erweisen kann. Sie hoffen sogar auf möglichst viel Neues, um einmal ein vollständiges Bild erstellen zu können. Wer will, kann sich bei "Colonia 3D" auch ansehen, wie es an dem jeweiligen Ort heute aussieht. Und das im Rundumblick.
Hilfe für politische Entscheidungen
"Colonia 3D" ist ein Gemeinschaftswerk von Universität und Fachhochschule Köln, dem Römisch-Germanischen Museum und dem Hasso-Blattner-Institut der Universität Potsdam. Die Erarbeitung dauerte rund vier Jahre. Bei der Programmierung wurden teilweise Millionen Bildpunkte für eine Darstellung errechnet. Gesponsert wurde das Projekt mit 190.000 Euro von der RheinEnergie-Stiftung Jugend,Beruf und Wissenschaft. Nach dem erfolgreichen "Dauertest" durch die Museumsbesucher wird "Colonia 3D" nun Teil der Dauerausstellung. Doch auch die Wissenschaftler wollen die virtuelle Stadt für ihre Forschungsarbeiten nutzen. Und angesichts der aktuellen Diskussion zum Beispiel um den Stuttgarter Hauptbahnhof gehen sie davon aus, dass dieses Verfahren künftig ein wichtiges System für politische Entscheidungen sein wird.

























