25. 05. 2012
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Wer hat bloß das Bild gemalt?
(ehu) Auch wenn es dem Münchener Künstler zugeschrieben wurde, wusste man, dass es kein Werk des zu Lebzeiten hochgeschätzten Landschaftsmaler Carl Rottmann war. Trotzdem schätzte man es als wichtig ein und erwarb das kleine Aquarell für das Wallraf-Richartz-Museum. Später untersuchte man das Bild mit dem Titel "Cefalù" genauer. Die Ergebnisse werden jetzt im Rahmen der Ausstellungsreihe "Der ungewisse Blick" der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Besucher erhalten darin einen Einblick in die Forschungsarbeit des Museums und die Entstehungsgeschichte eines Bildes.
Rottmann (1797-1850) hatte vom bayrischen König Ludwig I., den Auftrag erhalten, den Arkadengang im Hofgarten der Münchner Residenz mit griechischen Landschaften auszumalen. Zur Motivsammlung reiste er 1828/29 nach Italien, das er zuvor schon einmal bereist hatte. Dabei skizzierte er unter anderem auf Sizilien die Bucht von Cefalú mit dem kleinen Städtchen und seinem charakteristischen Bergmassiv.
Fast Schritt für Schritt lässt sich die Entstehung eines Wandbildes verfolgen
Wie aus dieser ersten Studie dann das fertige Fresko wurde, lässt sich nun anhand von zahlreichen Leihgaben unter anderem aus München und Heidelberg verfolgen. Zu sehen sind etwa Studien in Öl und Bleistift für die Staffagefiguren, die sich erst nach und nach in die Komposition schlichen. Oder die 1:1-Vorlage, die mittels der Zerlegung in Quadrate auf die Wand übertragen wurde. Von der fertigen Arbeit wird ein Reprografie in Originalgröße präsentiert. Als Vorbereitung entstand 1829 auch ein detailreiches Ölgemälde, wohl als "Arbeitsbeweis" für den König gedacht. Es wurde schon 1873 vom Kölner Museum angekauft.
Nun also das kleine, stimmungsvolle Aquarell: Was inzwischen nach ausführlichen Stilvergleichen feststeht, ist, dass es nicht von Rottmann stammt. Entstanden ist es aber zweifellos, als Rottmann mit seinen Vorarbeiten für das Wandgemälde beschäftigt war. Zudem muss der Maler vom Stand der Arbeiten gewusst haben, wie Motivvergleiche zeigen. Rätsel aber bleiben: Wer hat das Aquarell gemalt? Und wer hat es warum nach der Auktion von 1969, bei der das Bild schon einmal angeboten wurde, mit Titanweiß "aufgehübscht"?
"Der ungewisse Blick: Wie echt kann falsch sein? – Spurensicherung im Fall Carl Rottmann" – bis 7.8., Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Obenmarspforten, 50667 Köln, Tel 02 21 / 221-211 19, www.museenkoeln.de/wallraf, Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, jeden Donnerstag bis 22 Uhr (außer an Feiertagen), Sa und So 11-18 Uhr, Katalog: 6 Euro

























