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25. 05. 2012
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Werkschau für einen fast Vergessenen


01.10.2010 13:53 von:

Schlagwörter: Köln,Rhenania,Grümmer,Denkmal des Monats,Opernbrunnen,Zartbitterschokolade,Rhein

(js) Vor wenigen Tagen erst hat der Rheinische Verein Köln den Brunnen auf dem Opernplatz zum "Denkmal des Monats" gekürt. Jürgen Hans Grümmer hat ihn 1966 entworfen. Von ihm stammen die Bodengestaltung des Albertus-Magnus-Platzes, die Bodenmosaiken im Hörsaalgebäude der Universität oder das Bild "Europa auf dem Stier" im Spanischen Bau des Rathauses. Nicht zuletzt entwarf er Bühnenbilder für die Volksbühne von Trude Herr. Doch scheint dieser Ur-Kölner Künstler, der 2008 im Alter von 72 Jahren starb, in seiner Heimat fast vergessen. Da trifft es sich, dass im Rhenania eine Ausstellung mit einem kleinen Ausschnitt aus seinem großen malerischen und grafischen Oeuvre eröffnet wird.

Zu verdanken ist die kleine Werkschau seiner Tochter Judith, die den umfangreichen Nachlass verwaltet. Zu sehen sind neben einigen Skulpturen über 100 kraftvolle und sensible Arbeiten: abstrakte Gemälde, Feder- und Kohlezeichnungen, Radierungen, Collagen, Stillleben, Erotisches, Stadtbilder, Porträts. Auch eine kleine Auswahl der rund 700 Zeichnungen aus dem Jahr 2000, die entstanden, weil Grümmer ausprobieren wollte, ob er auch nur mit einer Hand arbeiten könne. Ein Thema, das sich durch die Jahre zieht, sind Kriegserlebnisse, ein anderes biblische Motive. Zwar war Grümmer nicht religiös, doch hielt er Aussagen zu Frieden oder dem "täglichen Brot" für jeden Menschen zutreffend. Galt er in den 1950er Jahren noch als Geheimtipp der Szene, der seine Kunst am Bau zum Beispiel auch in Bonn (ehemaliges Forschungsministerium), London (Goethe-Institut), Kopenhagen (deutsche Botschaft) umsetzte, zog er sich später aus dem Kunstgeschäft zurück. Nun ist er wieder zu entdecken.

Grümmers Opernbrunnen ist der einzige Brunnen in Köln, der aus dem zeittypischen Baumaterial Beton gebaut wurde. Der Rheinische Verein bemängelt unter anderem den Kalkbelag, der die Farbintensität des Mosaiks verdeckt, fehlende Mosaiksteinchen, die Demontage von Unterwasserstrahlern und generell den schlechten Zustand. Um geld für eine restaurierung zu sammeln, hat Judith Grümmer in Kooperation mit dem "Feinen Vanilleladen" Schokoladenkreation aus Zartbitterschokolade mit Blattgold kreiert. Sie kostet 7,50 Euro – zwei Drittel davon sind für den Brunnen bestimmt.

"Grümmer – Maler und Bildhauer" – bis 17.10., Rhenania Kunsthaus, Bayenstr. 2, 50678 Köln, Katalog 36 Euro.







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