25. 05. 2012
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15 neue Künstlerateliers in Köln
(js) Allen Unkenrufen zum Trotz – es gibt sie noch in Köln: leerstehende Fabrikräume, die in Künstlerateliers umgewandelt werden können. Es gibt sogar noch Vermieter, die zu günstigen Preisen an Künstler vermieten. Die sind aber deutlich seltener. Die Künstlergruppe "Mehlhaus Ateliers" fand jetzt beides. Ab Januar nächsten Jahres wird es in der ehemaligen Opekta-Fabrik in Niehl 14 neue Arbeitsräume geben, dazu noch ein Gastatelier.
Ab 2000 hatte die Gruppe, alle Absolventen der Kunsthochschule für Medien, ihre Ateliers in den Deutzer Aurora-Silos. Wegen erhöhter Sicherheitsauflagen musste sie diese im Februar dieses Jahres räumen. Die Suche nach neuen Räumen – kaum ein Hinterhof blieb unentdeckt – erwies sich als mühsam und lange als vergeblich. "Es gibt eigentlich genug Leerstände in Köln", erklärt Fotograf und Bildhauer Max Erbacher. "Aber selbst Gesellschaften, an denen die Stadt beteiligt ist, wollen nicht günstig an Künstler vermieten." Seine Kollegen Peter Simon und Freya Hattenberger stießen dann bei einer Radtour zufällig auf das alte Opekta-Gebäude in einem Hinterhof an der Xantener Straße 99. Hier haben unter anderem Jobperspektive, eine städtische Kindertagesstätte, die Tanzfabrik und "Zug um Zug" ihr Domizil.
Sie erfuhren, dass dort noch ein 640 Quadratmeter großes Dachgeschoss leer stand. Als sich dann auch noch die Lido Grundbesitz GmbH zur Vermietung bereit erklärte, war die Freude groß. Es wurde der Opekta e.V. gegründet und mit der Hilfe von Sponsoren der Ausbau begonnen. Noch sind die 14 "normalen" Ateliers – zwischen 19 und 55 Quadratmetern groß â€“ plus sanitäre Anlagen und einer kleinen Gemeinschaftsküche nicht fertig, noch prägen Schutthaufen das Bild. Wie ein Vogelnest thront über ihnen das künftige Gastatelier, rund 50 Quadratmeter groß. Es soll internationalen Künstlern kostenlos zur Verfügung gestellt werden, ein 2-Zimmer-Appartement in der Nähe gehört dazu. "Wir wollen Köln auch international interessant machen", sagt Erbacher. Die anderen Ateliers sollen die Abwanderungswelle nach Berlin stoppen, allein vier der diesjährigen Förderpreisstipendiaten werden hier arbeiten. Langfristig soll auch mit anderen freien Kölner Kunst- und Kulturinstitutionen zusammengearbeitet werden.
Das Konzept machte auch beim Kölner Kulturamt Eindruck. Es gab im Rahmen des Atelier-Förderprogramms einen Ausbauzuschuss von 50.000 Euro. Der ist an zwei Bedingungen geknüpft: Die Ateliers müssen mindestens fünf Jahre an Künstler vermietet werden und die Kaltmiete darf höchstens 5 Euro pro Quadratmeter betragen. Außerdem wird erstmals ein Mietzuschuss von insgesamt etwa 900 Euro im Monat gezahlt.
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