25. 05. 2012
Seite drucken
270 Quadratmeter Kunstraum zur Miete
Zusätzliche Ausstellungsfläche bietet ab kommendem Sonntag (19. April 2009) die erste "rental gallery" Europas, die am heutigen Donnerstag mitten in der Innenstadt von Kölns Kulturdezernent Prof. Georg Quander und den beiden Galleristen Thomas Rehbein und Christian Nagel der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Zunächst einmal blickten die Zuschauer in zwei Räume mit zusammen 270 Quadratmetern Ausstellungsfläche, die den Charme einer renovierten Lagerhalle versprühen. Und genau auf diese Art und Weise wurde die Fläche früher genutzt, und zwar als Lagerfläche für SKF-Kugellager. Die beiden Räume lassen sich sogar abtrennen und können so auch für zwei parallele Ausstellungen oder gemeinsame Aktionen von Künstlergruppen genutzt werden. Und der Preis ist auch recht ansprechend. 1500 Euro kostet die Ausstellung über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen. Mit der Aktion hatte der Rat der Stadt Köln im vergangenen Sommer einen Impuls für den Kunststandort Köln setzen wollen. Immer wieder klangen Nachrichten durch, dass Galerien und Sammlungen der Domstadt den Rücken kehren und der einst blühende Kulturstandort Köln zusehends an Renomée einbüßt. Dem wollen Stadt und eben jener Förderverein entgegen wirken. Der Zeitpunkt könnte für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen. Immerhin beginnt in der kommenden Woche die Kunstmesse ART.Cologne.
Idee in den USA etabliert
Die beiden Galeristen haben dabei selbst bereits Erfahrungen mit dieser Form der Präsentation gemacht. Ihr erstes Projekt im Jahr 2005 begann in Los Angeles. Allerdings gab es einige Anfangsschwierigkeiten aufgrund von "Reibungsverlusten", wie Christian Nagel einräumte. Das zweite Projekt in New York lief dann schon wesentlich besser an. Und die Idee, so etwas auch in Köln etablieren zu können, entstand vor etwa zweieinhalb Jahren, wie sein Kollege Thomas Rehbein erklärte. Im Sommer gab es dann schließlich den Stadtratsbeschluss, diese Idee mit städtischen Mitteln aus dem Kulturetat zu unterstützen. 50.000 Euro pro Jahr über einen Zeitraum von drei Jahren investiert die Stadt in den Unterhaltung und die notwendigen Anfangsinvestitionen sowie die Bereitsstellung von Personal. Träger der Galerie ist der Förderverein, der sich vor einiger Zeit mit acht Mitgliedern gründete, darunter auch ART-Cologne-Chef Daniel Hug. Um für internationale Künstler möglichst attraktiv zu bleiben, verzichtet der Verein auf eine Umsatzprovision pro verkauftem Bild, lediglich die Miete für den besagten Zeitraum ist fällig. Die Beteiligten der heutigen Präsentation gaben sich zuversichtlich, dass dieses Konzept vor allem international ankommen wird. "Das erste Jahr ist gesichert", bestätigte Vereins-Vize Nagel. Bereits vor der eigentlichen Eröffnung am kommenden Sonntag haben mehr als 30 international bekannte Galerien nach Aussage der Initiatoren des Vereins Interesse bekundet, fünf bis sechs haben sogar schon fest gebucht, bestätigten die beiden Vorstandsmitglieder des Vereins. "Wir wollen Kunst zeigen, die es sonst in Köln nicht zu sehen gibt", ergänzte sein Kollege Rehbein, der zugleich als Vorsitzender des Trägervereins fungiert. Quander selbst gab sich zurückhaltend. Zwar war auch er als verantwortlicher Kulturdezernent sichtlich erleichtert, dass die schwierige Suche nach bezahlbaren Räumlichkeiten für eine solche Ausstellungsfläche zu einem guten Ende gekommen ist. Trotzdem gab er sich zurückhaltend bei der Einschätzung für die Zukunft. "Die "rental gallery" ist die erste in Europa. So etwas muss sich erst mal herumsprechen", erklärte Kölns Kulturbeigeordneter. Aber auch er ließ keine Zweifel daran, dass er die städtische Förderung als gut angelegtes Geld für den Kunststandort Köln betrachtet.
Die Rental Gallery startet am 19. April mit einer Ausstellung der Galerien "The Breeder" aus Athen und "Galerist" aus Istanbul. Die werden dort ausgesuchte Werke ihrer Künstler präsentieren.

























