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25. 05. 2012
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50.000 Euro für junge Kunst: Förderstipendiaten stehen fest


09.07.2010 12:57 von:

Schlagwörter: Köln,artothek,Junge Kunst,Förderstipendien,NRW,Jury,Gewinner,Vorstellung,Stipend

154 Bewerbungen gingen in diesem Jahr für die fünf verschiedenen Förderstipendien der Stadt Köln ein, so viel wie seit mehr als zehn Jahren nicht. Kulturdezernent Prof. Georg Quander stellte am heutigen Freitagvormittag die Gewinner der diesjährigen Auswahlrunde in der Kölner artothek vor. "Das ist ein wichtiges Instrument zur Förderung junger Kunst", warb der Kulturdezernent für die Beibehaltung der Förderstipendien. Dass die Stadt auch in diesem Jahr 50.000 Euro in die Hand nimmt, um junge Künstlerinnen und Künstler für den Zeitraum eines Jahres zu entlasten und ihnen damit in einer schwierigen Phase den Raum zu geben, ihre Kunst weiterzuentwickeln, wertete Quander angesichts der dramatischen Haushaltssituation der Stadt Köln als Erfolg. Erstmals konnten sich bei dieser Runde auch junge Künstlerinnen und Künstler auch aus anderen NRW-Städten bewerben. 76 und damit fast die Hälfte nutzten die Chance. Allerdings kamen sämtliche Gewinner des einjährigen Förderstipendiums, das neben einer monatlichen Unterstützung über ein Jahr im Gesamtwert von jeweils 10.000 Euro auch Ausstellungen, Auftritte oder Lesungen beinhaltet, aus Köln. "Das war keine Absicht. Schließlich kamen auch die Juroren nicht alle von hier", betonte Quander. In der Tat wurde die Zahl der Fachjuroren in jeder Kategorie von drei auf vier erhöht. 30 Bewerbungen kamen dabei aus Düsseldorf, elf aus Essen und acht weitere aus Münster.

Die im griechischen Teil Zyperns geborene Marianna Christofides (30) erhielt das Friedrich-Vondemberge-Stipendium für Bildende Künste. "Die Jury begeisterte die Intensität der Auseinandersetzung sowie die Qualität und Dichte, mit der Christofides die unterschiedlichen Darstellungsformen nutzt und benutzt", begründete die Leiterin der artothek und Fachjurorin Dr. Christiane Dinges die Entscheidung des Auswahlgremiums. "Mapping Gateways – Magic Box Cyprus" zeichnet dabei das Antlitz ihrer Heimatstadt nach, die seit der Invasion der türkischen Armee im Jahr 1974 eine geteilte Stadt ist. Christofides schließt derzeit ihr Postgraduiertenstudium an der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM) ab. Gewinner des Chargesheimer-Stipendiums für Medienkunst ist der in Kalifornien geborene Owen Gump. Jüngster Preisträger in diesem Jahr ist der erst 26-jährige Martin Kordic. Er ist Sieger des diesjährigen Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendiums für Literatur. "Er hat in seiner Romanvorlage und den anderen Arbeitsproben für jeden Stoff die passende Form gewählt. Das hat die Jury von Anfang überzeugt", erläuterte die Literaturkritikerin und Fachjurorin Anja Hirsch. Steffen Krebber erhält das Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium für Musik. Der gebürtige Stuttgarter kam erst über Umwege zur Musik. Im Jahr 2008 zog er der studierte Ethnologe, Soziologe als freier Komponist nach Köln. "Man merkt seine Distanz. Der Preisträger geht sehr grundsätzlich mit Musik um", urteilte die Kölner Komponistin Carola Bauckholt.

Eine besondere Position innerhalb der Förderstipendien nimmt das Horst und Gretl-Will-Stipendiums für Jazz/Improvisierte Kunst ein. Die hiermit verbundenen 10.000 Euro werden nicht von der Stadt, sondern von der gleichnamigen Stiftung getragen. Gewinner in diesem Jahr ist der 28-jährige in Remscheid geborene Tobias Hoffmann. "Wir waren uns schnell einig. Er hat die Jury in allen Belangen überzeugt", erklärte Jurymitglied und Stiftungsvertreterin Laia Genc. Warum ausgerechnet in dieser Kategorie die Zahl der Bewerber von 17 auf neun zurückgegangen ist, könne man sich zwar nicht erklären. Dafür aber hat die Qualität der Bewerber überzeugt. Möglicherweise hat aber auch die Zielgruppenansprache in anderen Städten nicht funktioniert, denn kein einziger Bewerber für das Stipendium in diesem Jahr kam von außerhalb Kölns. Das war in den anderen Stipendien völlig anders. Während die Zahl der Bewerber für Medienkunst nur um einen auf 27 anstieg, vervierfachte sich die Zahl in der Sparte Literatur (von acht auf 33). Auch bei der Bildenden Kunst gingen in diesem Jahr fast doppelt so viele Bewerbungen ein wie im Vorjahr.

Die Preisverleihung selbst wird – wie in den Vorjahren auch – in einzelne Veranstaltungen aufgeteilt. Den Anfang macht der Gewinner des Jazz-Stipendiums der Horst und Gretl Will-Stiftung, Tobias Hoffmann, am 13. September dieses Jahres im Loft. Am 6. Oktober wird der Bernd Alois Zimmermann-Stipendium in der Kunststation St. Peter verliehen. Am 4. November gibt es gleich zwei Preisverleihungen. Die Gewinner in den Kategorien Bildende Kunst und Medienkunst erhalten dann ihr Stipendium, ehe am 15. November der Sieger des Literatur-Stipendiums im Literaturhaus gewürdigt wird. Der traditionelle Empfang für alle Preisträger findet dann am 2. Dezember dieses Jahres statt.







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