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25. 05. 2012
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Agnesviertel ist Hauptdarsteller in der „Goldveedelsaga“


11.10.2011 11:26 von:

Schlagwörter: Köln,Schauspiel,Goldveedelsaga,Agnesviertel,Danckwart,Veedel,Stadtführung,Beier,

(ehu) Hier hat das Agnesviertel schon bessere Tage gesehen: Kneipen jede Menge, eine funktionierende katholische Gemeinde, sozialer Zusammenhang – das war einmal. Inzwischen gehört St. Gertrud wieder zu St. Agnes. Und wo die verkehrsberuhigten Aquino- und Balthasarstraße auf die verkehrsreiche Krefelder Straße treffen, direkt gegenüber St. „Betonia“ Gertrud liegt ein öder, 08/15-möblierter Platz. Mit lediglich zwei Kneipen und einem Döner-Imbiss. In diesem Mini-Milieu spielt die „Goldveedelsage“: eine theatralische Stadtführung, geschrieben und in Szene gesetzt für das Schauspielhaus von Gesine Danckwart.

Ein Event, das in Schauspiel-Chefin Karin Beiers Verständnis von Theater passt: Theater ist Dialog mit der Stadt und ihren Menschen. Die „Goldveedelsaga“ taucht in Vergangenheit und Gegenwart des namenlosen Platzes ein. Sie mischt in kleinen Szenen Realität und Fiktion, erzählt von erfundenen und tatsächlichen Menschen: ein buntes Mosaik über ein Veedel in seiner denkbar kleinsten Größe.

Durch ein Spiegellabyrinth geht's hinein in die fiktive Wirklichkeit

Knapp 60 Zuschauer können jeweils an dieser Stadtführung teilnehmen. Ausgangspunkt ist der Theaterwagen der „Goldinis“ (Holger Bülow, Robert Dölle, Torsten Peter Schnick, Maik Solbach, Marie Rose Tietjen, Birgit Walter). Hier wird das Publikum zunächst einmal durch ein Spiegellabyrinth geschickt und dann in kleinen Gruppen – mit einem Kopfhörer ausgerüstet – beginnt die Entdeckungsreise.

Da wartet eine Frau, die gerne Kellnerin wäre und von ihrem Vorbild Vio schwärmt. Die gibt es wirklich, und sie arbeitet in der Gaststätte „Zur Linde“, wo sie auch „besichtigt“ wird. Real ist auch Inci, Chefin der „Gezeiten“, die – so erfährt man – am Weltjugendtag 2005 zwar die Gäste aus aller Welt in ihrer Lokal ließ, sich aber Beten und Missionieren verbat.

Was wird sich die Frau hinter der Gardine anziehen, wenn sie ausgehen will?

Es sind Hörspiele zu Sehen. Aus einem Fenster beugt sich ein Mann, schimpft, überlegt, wie er den Abend verbringen soll, sucht Gesellschaft und findet keine. Oder eine Frau als Schatten hinter einer Gardine: Was soll sie zum Ausgehen anziehen? Halten sich die Bewohner eines Hauses an die Mülltrennung? Ein Blick in die Mülltonnen bringt Klärung. Reales wird in die Geschichten eingeflochten, zum Beispiel die Historie von St. Gertrud. Real auch die Anwohner und Passanten, die zumindest verbal einbezogen werden. Sonst überwiegt eine freundliche Distanz zwischen ihnen und den Teilnehmern der Stadtführung.

Es sind kleine, liebevolle Geschichten, bisweilen philosophisch, manchmal nüchtern, manchmal poetisch. Die Schauspieler verstehen ihr Handwerk, lassen sich durch nichts ablenken – schließlich ist das kein Mitmachtheater. Die Atmosphäre ist angenehm. Es wird nicht nur für kleine Schnäpschen gesorgt, sondern auch für Regenschirme, wenn es nötig ist.

Doch so richtig will der Funke nicht überspringen. Manches plätschert so dahin, es fehlen Spannungsbögen, überraschende Enden. In der Realität mag so erzählt werden, in theatralischer Umsetzung reicht das nicht über 100 Minuten.   „Goldveedelsaga“ – weitere Termine: 13., 14., 16., 18.-21., 25.-27., 30.10., jeweils 19.30 Uhr, Platz an der Kreuzung Krefelder/Aquino-/Balthasarstraße, Karten: Kartenservice im Opernhaus, Offenbachplatz, 50677 Köln, Mo-Fr 10-18.30 Uhr, Sa 11-18.30 Uhr, Tel. 0221 / 22 12 84 00, tickets@buehnenkoeln.de, www.schauspielkoeln.de

 





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