25. 05. 2012
Seite drucken
Ausstellungsreihe zum Thema "Wahrnehmung" im Hochbunker Körnerstraße
(uv) Am vergangenen Freitagabend hat der Kunstverein Lenauforum e.V. unter der Leitung von Roland Neuburg im Hochbunker Körnerstraße in Ehrenfeld die Ausstellung "Wahrnehmung" eröffnet. Im Fokus steht dabei der Hochbunker selbst, die Ausstellung ist in drei Blöcke aufgeteilt. Die ausstellenden Künstler des ersten Blockes, Esther Kusche (42) und Rainer Kiel (45), haben Skulpturen und Installationen zum Thema "Einwegwelt" geschaffen. Achtlos weggeworfene Gegenstände wie zum Beispiel Schraubverschlüsse und Eislöffel aus Plastik sind die Materialien, mit denen die Künstler arbeiten. Dabei soll der Spagat zwischen der Ästhetik der künstlerischen Objekte auf der einen Seite und der Schaffung einer Aufmerksamkeit für die Wegwerfmentalität unserer Gesellschaft geschaffen werden, so Kiel. Bei einem Spaziergang am Rande eines Golfplatzes fand er Dutzende Golfbälle, die auf den Feldern und Wiesen langsam verrotten und die Natur vermüllen. Das sich zersetzende Plastik findet dabei seinen Weg zurück in den Kreislauf der Natur und der Nahrungskette und somit wieder in den menschlichen Organismus.
Esther Kusche setzt mit ihrer Installation "Plaston" ebenfalls an diesem Punkt an. Plastikmüll, der im Meer schwimmt, zersetzt sich und wird "als Plankton" von Tieren gefressen. Diese verenden dann daran, dienen dem Menschen aber nicht selten als Nahrung. Für die Installation "Eiskalt" sammelte Kusche Plastikeislöffel. Diese werden ein einziges Mal benutzt und dann weggeworfen. Die Künstlerin kreierte daraus einen Vorhang und führt die Eislöffel so einer neuen Bestimmung zu: der Einwegartikel wird zum ästhetischen Gebilde, zum Kunstobjekt. Ein Material, das sich beide Künstler teilen, sind weggeworfene, auf der Straße gefundene Regenschirme. Dabei nahm Kiel die Schirmgestelle und installierte sie an der Decke eines Bunkerraumes ("Spinnen"), während Kusche den Regenschirmstoff auf Drahtgestelle spannte und in einem weiteren Raum einen "bunten Wald" schuf. Dieser soll, so die Künstlerin, in dem doch tristen Ambiente des Bunkers für ein wenig Farbe und gute Laune sorgen.
Der Hochbunker ist in seiner Funktion als Schutzraum ein Symbol für Sicherheit und Hoffnung, dient aber auch als Mahnmal gegen die blinde Zerstörungswut von Krieg und massiver Umweltzerstörung. Ein Apfelbaum, der während der Ausstellung Teil einer Installation von Rainer Kiel ist, lädt ein zum Nachdenken über die Frage, ob die Natur nicht vor dem Menschen geschützt werden muss. Dieser wird am Ende der Ausstellung im Garten außerhalb des Hochbunkers eingepflanzt.
Die Ausstellung kann samstags und sonntags zwischen 15 und 19 Uhr besucht werden und dauert bis zum 22. Mai. Am 29. Mai wird dann der zweite Block mit dem Titel "Fairy Tales/Scheintürlicht" eröffnet.

























