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25. 05. 2012
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Butler rettet Adels-Ehe und Theaterstück


12.02.2011 17:29 von:

Schlagwörter: Köln,Theater am Dom,Wolff,Kruse,Kuckuck,Wölffer,Silhavy,Kuhsiek,2011

(ehu) Das Theater am Dom ist eine Adresse, die Pointenkaskaden und Lacher garantiert, die Tempo und Witz, bisweilen auch entlang der Gürtellinie, auf die Bühne bringt. Dabei werden bisweilen auch besinnliche und nachdekliche Moment einbaut, selbstverständlich immer mit prominenten Schauspielern. Die gibt es auch jetzt, doch plätschert die Handlung bei "Wenn der Kuckuck dreimal ruft..." eher dahin. Den besten Griff in die Kiste mit verdienten Boulevardkomödien hat man damit nicht getan.

Eine kühle LIebesgeschichte aus dem englischen Adel

Und das ist die Geschichte: Hillary (Anja Kruse), eine champignonzüchtende englische Schlossherrin, hatte einmal eine heftige Affäre mit einem US-Ölbaron (Patrick Wolff). Der taucht nun – als Tourist getarnt – auf dem Herrensitz auf. Hillarys Gefühle schlagen koppheister, sie will ihren Ehemann Victor (Christian Wolff) verlassen. Der tut zunächst, als ahnte er nichts, lädt den Nebenbuhler sogar ein. Mit einer Freundin (Olivia Silhavy) des Hauses spinnt er kühl lächelnd seine Intrige, verleitet den Gast zu einem Duell. Obwohl der in die Luft schoss, wird der von einem Streifschuss getroffen. Es war nicht der Gärtner, sondern der Butler (Rolf Kuhsiek), der in das böse Spiel eingeweiht war. Hillary bleibt. Wie gefühlsschwankende Frauen halt so sind.

Das Stück hat mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel

Hugh und Margaret Williams haben das Stück vor über einem halben Jahrhundert geschrieben, es wurde 1960 mit Cary Grant, Deborah Kerr und Robert Mitchum verfilmt ("Vor Hausfreunden wird gewarnt"), konnte damals weder Publikum noch Kritik richtig überzeugen. Die ganze Atmosphäre ist eher unterkühlt als emotionsgeladen – typisch britisch? Dazu fehlt es dann doch an Humor. Dominante Figur ist Victor, er beherrscht das Geschehen, zieht die Schicksalsfäden. Was will man anderes von einem Mann erwarten, für den ein Ehebruch bestenfalls "ein Wimpernschlag der Seele" ist?

Das hätte eine treffliche Charakterstudie werden können. Doch Fehlanzeige – diese Möglichkeit erstickt in adliger Eleganz, in Noblesse und Großmut. In diesem Rahmen können die Darsteller kaum alle Register ihres bekannten vorhandenen Könnens ziehen. Dazu trägt auch die wenig wagemutige Regie von Jürgen Wölffer bei, der dem Stück wenigstens nach der Pause zu etwas mehr Dynamik verhilft. Wäre da nicht der Butler, der zumindest hin und wieder mit bissigen Bemerkungen für Lacher sorgt, es wäre ein überwiegend zäher Theaterabend. So spendete das Premierenpublikum am Ende freundlichen Beifall.

"Wenn der Kuckuck dreimal ruft" – bis 1. Mai, täglich 20 Uhr, samstags und sonntags auch 17 Uhr, Theater am Dom, Opern-Passagen, Glockengasse 11, 50667 Köln. Karten: Theaterkasse 0221 / 258 01 53







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